Unsere Werte

Die Frauen und Männer, die 1919 mit so schlichten, aber umso praktischeren Dingen wie Suppenküchen und Kleiderkammern anfingen, Sozialgeschichte zu schreiben, taten dies mit einer Vision. Die Vision damals wie heute war es, eine Gesellschaft zu schaffen, die von Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit geprägt ist. Diese fünf Grundwerte der AWO haben das Jahrhundert und viele Veränderungen überdauert.

Solidarität bedeutet, über Rechtsverpflichtungen hinaus durch praktisches Handeln füreinander einzustehen. Das friedliche Miteinander ist nur dann möglich, wenn das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes von der Politik umgesetzt wird, wenn Menschen füreinander eintreten und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal anderer überwinden. Wer in Not gerät, kann sich auf die Solidarität der AWO verlassen.

Toleranz bedeutet nicht nur, andere Denk- und Verhaltensweisen zu dulden, sondern auch, sich dafür einzusetzen, dass alle Bürgerinnen und besonders Minderheiten sich frei äußern können, in ihrer Religion und Weltanschauung nicht eingeschränkt werden und so leben können, wie sie es für angemessen halten. Toleranz endet dort, wo sie Gefahr läuft, missachtet und missbraucht zu werden. Solchen Gefahren stellt sich die AWO entgegen.

Freiheit ist die Freiheit eines jeden, auch des Andersdenkenden. Freiheit bedeutet, frei zu sein von entwürdigenden Abhängigkeiten, von Not und Furcht. Freiheit bedeutet, die Möglichkeit zu haben, individuelle Fähigkeiten zu entfalten und an der Entwicklung eines demokratischen, sozial gerechten Gemeinwesens mitzuwirken. Nur wer sich sozial gesichert weiß, kann die Chancen der Freiheit nutzen.

Gleichheit gründet in der gleichen Würde aller Menschen. Sie verlangt gleiche Rechte vor dem Gesetz, gleiche Chancen, am politischen und sozialen Geschehen teilzunehmen, das Recht auf soziale Sicherung und die gesellschaftliche Gleichstellung von Frau und Mann.

Gerechtigkeit fordert einen Ausgleich in der Verteilung von Arbeit und Einkommen, Eigentum und Macht, aber auch im Zugang zu Bildung, Ausbildung und Kultur.

Unser Auftrag

An ihren Grundwerten orientiert stellt sich die AWO allen Herausforderungen und begleitet die Sozialpolitik kritisch. Dabei war die AWO nicht immer unfehlbar: Auch in ihren Reihen haben Menschen Fehler gemacht, die in der Öffentlichkeit diskutiert wurden. Aber als dezentral strukturierte, lernende Organisation hat die AWO stets zu ihren Werten zurückgefunden, Fehler aufgearbeitet und nötige Veränderungen eingeführt, die zum Teil weltweit Beachtung gefunden haben.

So bleibt der Finger der AWO am Puls der Zeit. Die Ziele unserer Arbeit in Gegenwart und Zukunft erklären sich vor dem Hintergrund der AWO Geschichte, wobei wir unserem Grundanliegen stets treu bleiben: Im Mittelpunkt der Arbeit steht seit jeher der Mensch.

Wir bieten als Verband und als landesweite Trägerin von sozialen Einrichtungen und Diensten vielseitige Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien, ältere Menschen, Geflüchtete sowie Frauen und Männern in allen Lebenslagen unabhängig von ethnischer Herkunft, Nationalität, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Geschlecht an.

„Soziale Gerechtigkeit heißt Lebensqualität für alle. Mit weniger gebe ich mich nicht zufrieden.“ Michael Selck, Landesgeschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein

Dabei ist die Arbeit immer an den konkreten Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet. In der Öffentlichkeit ist die AWO Schleswig-Holstein vor allem durch ihre Demokratie-Kitas und die innovativen Pflegekonzepte in den Pflegeeinrichtungen bekannt.

In der Politik und Verwaltung werden wir vor allem durch unsere Arbeit in Gremien und durch Stellungnahmen für eine sozial gerechte Gesellschaft wahrgenommen. Wir wollen soziale Missstände aufdecken, uns für Schutzbedürftige einsetzen und für eine gerechte Gesellschaft kämpfen. Dafür suchen wir nach Ursachen, rufen unsere Themen an den entsprechenden Stellen immer wieder auf die Tagesordnung und arbeiten an Lösungsvorschlägen.