Mit Teamarbeit zum Traumergebnis

AWO Integrationskurs erreicht vierzehnmal Bestnote B1 und ist fit für den Alltag

Die schönste Freude ist geteilte Freude: Die Kursteilnehmer*innen mit ihrer Lehrerin Antonia Barnitzke (4. V.re.) und Migrationsberaterin Chrisoula Grekopoulou (3. v. re.) und den Sprachkurskoordinator*innen Kirsten Niemann (hinten 4. v. li) und Sabrina Born (li.)

Reinbek. Eine neue Sprache ist wie ein neues Leben: Eine neue Umgebung, eine neue Wohnung, viele neue Eindrücke. In den ersten Wochen und Monaten ist vieles fremd für Menschen, die ihre Heimat verlassen. Was im Herkunftsland selbstverständlich und einfach war, funktioniert hier manchmal nach anderen Regeln. Der Integrationskurs im AWO-IntegrationsCenter Südstormarn in Reinbek half den Kursteilnehmenden, die neuen Herausforderungen erfolgreich zu meistern. 18 Teilnehmer*innen aus Ägypten, Afghanistan, Armenien, Eritrea, Iran, den Niederlanden, Polen, der Türkei, Saudi-Arabien, Syrien und Weißrussland wurden hier von April bis Dezember 2019 fit für den Alltag gemacht. Mit 600 Stunden Deutschunterricht über Themen aus dem alltäglichen Leben von Arbeit, über Einkauf und Gesundheit bis Wohnen. In den anschließenden 100 Stunden Orientierungskurs sprachen die Teilnehmer über die deutsche Rechtsordnung, Geschichte, Kultur, Rechte und Pflichten oder das Zusammenleben in der Gesellschaft. Der Fleiß der Kursteilnehmenden zahlte sich am Ende aus: 14 Teilnehmer*innen konnten nun das wichtige Zertifikat B1 in ihren Händen halten, vier Teilnehmer*innen das Zertifikat A2.

Erfolg durch Zusammenarbeit vieler Akteure

„Ein Traumergebnis“, freut sich Lehrerin Antonia Barnitzke. „Ich bin sehr zufrieden“, erzählt die Lehrkraft. Möglich sei das gute Ergebnis einerseits durch den Fleiß der Kursteilnehmenden geworden. Andererseits hätten auch die AWO-Migrationsberater*innen und Sprachkurskoordinator*innen immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. „Manchen Teilnehmern ist anfangs des Lerntempos zu langsam, anderen zu schnell gewesen. Andere Teilnehmer hätten mit sozialen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Das sei nicht immer einfach gewesen. Dank der Zusammenarbeit aller Beteiligten – Lehrkraft, AWO-Migrationsberatung und Sprachkurskoordination - konnten Schwierigkeiten rechtzeitig erkannt und gemeinsam individuelle Lösungen gefunden werden.

„Das hat dazu geführt, dass die Teilnehmenden gern und motiviert in den Unterricht kamen und konzentriert lernen konnten“, sagt Antonia Barnitzke. Das bestätigt auch ihre Schülerin Viktoriya Baster aus Weißrussland: „Der Unterricht war dann sehr interessant und die Zeit ging sehr schnell vorbei. Es war nie langweilig.“ Sie will nach dem Kurs im Januar mit berufsbezogener Sprachförderung weiter machen, um sich damit für einen Ausbildungsplatz zu qualifizieren.

Mit Rat und Tat: AWO-Migrationsberater unterstützen Hilfesuchende individuell

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) unterstützt und begleitet Teilnehmer aus den Integrationskursen bei Fragen der Sprachförderung, der Zuwanderung, vor allem aber, wenn es Kursabbrüche geht. Die Migrationsberater*innen werden durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Sie unterstützen Kursteilnehmende im Übergang vom Integrationskurs zu Ausbildung, Studium und Beruf. Auch bei der Anerkennung von Qualifikationen und zu aufenthaltsrechtlichen Fragen gibt es Unterstützung. „Ein großes Anliegen ist es für uns, alle Migranten-Gruppen im Blick zu behalten“, beschreibt Beraterin Chrisoula Grekopoulou. So hätten zum Beispiel viele der EU-Bürger, die die Beratung aufsuchen, leben oft ohne Krankenversicherung in teilweise sehr prekären Verhältnissen. Auch können sich viele EU-Bürger die Integrationskurse finanziell nicht leisten. Hier bieten wir eine individuelle Begleitung der Hilfesuchenden an.“

Neue AWO-Sprachkurse im Jahr 2020

Auch im Jahr 2020 wird es wieder zahlreiche neue Sprachkurse im AWO-IntegrationsCenter Reinbek geben. Neu sind ein Frauen-Alphakurs mit Kinderbeaufsichtigung und ein Intensivkurs und Berufssprachkurs für Beschäftigte mit dem Ziel B2/C1

Interessierte können sich ab sofort an Kirsten Niemann und Sabrina Born wenden, Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr im IntegrationsCenter Reinbek, Borsigstraße 22, Raum 3 oder per E-Mail unter kirsten.niemann@awo-sh.de, Telefon 01515/086 57 29 und sabrina.born@awo-sh.de, Telefon 01515/416 92 40.