Einsamkeit durch soziale Teilhabe bekämpfen

AWO fordert größere Berücksichtigung von Hochaltrigen in der Gesellschaft – 31. Altenparlament tagt in Kiel

Das 31. Altenparlament tagt im September in Kiel. Die AWO ist mit ihren Delegierten vertreten.

Kiel. Etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich einsam. Alte Menschen können besonders davon betroffen sein. Die AWO fördert deshalb eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Alter und setzt sich auch in ihren Einrichtungen für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe ein. „Teilhabe ist ein sehr gutes Mittel gegen Einsamkeit. Wer im Alter noch gebraucht wird, sich ehrenamtlich engagieren kann oder an Angeboten für Ältere teilnehmen kann, ist selten allein und automatisch in ein gesellschaftliches Umfeld eingebettet“, sagt der AWO Landesvorsitzende Wolfgang Baasch.

Der AWO Landesverband setzt sich in ganz Schleswig-Holstein mit rund 16.000 Mitgliedern, 121 Ortsvereinen, 15 Kreisverbänden und rund 5000 Ehrenamtlern auch gegen Einsamkeit ein. Angebote für ältere Menschen, ein aktives Miteinander und die Möglichkeit zum ehrenamtlichen Engagement stehen hierbei im Zentrum.

Hochaltrige in die Gesellschaft einbinden

Das Projekt 100 Hundertjährige aus Schleswig-Holstein der AWO Pflege zum 100. Jubiläum der AWO hat zudem gezeigt, wie groß die Anzahl der Hochaltrigen im Norden ist und welche Herausforderungen mit dieser Tatsache einhergehen. In nur knapp über einem Jahr ist es der AWO gelungen 100 Hundertjährige aus dem Land zu porträtieren. Insgesamt wird die Zahl der 100-Jährigen in Schleswig-Holstein auf etwa 600 geschätzt. Die AWO fordert die Hochaltrigen kontinuierlich in den Blick zu nehmen und für diese Gruppe angemessene Angebote, eine gute Infrastruktur und ein förderliches Wohnumfeld zu schaffen. Schon jetzt ist es nichts außergewöhnliches mehr 100 Jahre alt und älter zu werden, es wird künftig eher zur Normalität. Immerhin ist die Gruppe der 100-Jährigen der am schnellsten wachsende Bevölkerungsteil.

Quartiersentwicklung fördern und ausbauen

Auch das Wohnumfeld und ein selbstbestimmtes Leben im Alter spielt für die Lebensqualität eine zentrale Rolle. Durch Quartiersarbeit setzt die AWO bereits in mehreren Regionen diesem Problem etwas entgegen. Für eine kontinuierliche Weiterentwicklung werden an ausgewählten Standorten Quartiersmanager*innen eingesetzt, die die Arbeit vor Ort koordinieren. Quartiersentwicklung meint aus Sicht der AWO vor allem altersgerechte Quartiersentwicklung. Dies bedeutet, ein Quartier so weiterzuentwickeln, dass es älteren und anderen unterstützungsbedürftigen Menschen ermöglicht wird, so lange wie möglich und gut versorgt in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können.

Die Themen soziale Teilhabe und Ehrenamt, Armut und Absicherung sowie Wohnen und Quartier stehen auch beim 31. Altenparlament am Freitag in Kiel im Mittelpunkt. Die AWO wird dort mit fünf Delegierten vertreten sein, um diese Themen für die Menschen in Schleswig-Holstein zu vertreten. Die AWO unterstützt die Anträge des DGB Nord und des SoVD.