Internationaler Tag gegen Rassismus

„Gesellschaft und Politik müssen wachsam bleiben“

v.li. der Vorstandsvorsitzende der AWO SH Michael Selck und der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen Thomas Losse-Müller haben anlässlich des heutigen Internationalen Tags gegen Rassismus gemeinsam die Sitzbank „Kein Platz für Rassismus“ vor der AWO Landesgeschäftsstelle in Kiel Mettenhof eingeweiht.

Kiel, 21. März 2022. Verschiedene Untersuchungen belegen: In Deutschland nehmen Rassismus, Intoleranz und rechtsextremes Gedankengut wieder zu. Auch in Schleswig-Holstein ist es bei weitem nicht nur ein Problem, das am rechten Rand der Gesellschaft auftaucht, sondern ein Phänomen, das in allen Teilen der Gesellschaft zu finden ist. Um anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus auf das Thema aufmerksam zu machen, steht jetzt vor der Landesgeschäftsstelle der AWO Schleswig-Holstein in Kiel-Mettenhof eine ganz besondere Sitzbank mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus“. Die Idee: Jede*r kann sich auf der Bank fotografieren lassen und so zeigen, dass er selbst keinen Platz für Rassismus hat. Die Besonderheit bei der Bank - auf der rechten Seite fehlen die Sitzplätze.

Zur Einweihung der Bank, die ansonsten die Aufschrift „Kein Platz für Ausgrenzung“ hat, besuchte der SPD-Spitzendkandidat für die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein Thomas Losse-Müller die AWO in Kiel und erklärte: „Rassismus vergiftet unser Zusammenleben. Er hat viele Formen von Alltagsrassismus bis hin zu den furchtbaren Mordanschlägen, die wir immer wieder erleben mussten. Das Thema geht uns alle an und wir alle können etwas dagegen tun: Im Bekannten- oder Kollegenkreis durch Zivilcourage und politisch durch die Unterstützung von antirassistischen Initiativen. Ich bin beeindruckt von der Arbeit der AWO in diesem Bereich, die sich in vielen Projekten konsequent gegen Rassismus einsetzt und unterstütze gerne diese konkrete Idee.“

Die Initiative ist aus dem Projekt „MitWirkung – im Verband!“ erwachsen, in dem die AWO demokratisches Engagement fördert. Erstmals umgesetzt vom Projekt „AWO l(i)ebt Demokratie“ aus Bayern, holten die Kolleginnen des Projekts eine erste Bank dieser Art nach Schleswig-Holstein. Der AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V. beteiligt sich damit an dem Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (Z:T) des Bundesministeriums des Innern.

Für den Vorstandsvorsitzenden der AWO Schleswig-Holstein Michael Selck steht fest: „Gesellschaft und Politik müssen wachsam bleiben bei jeder Art von Menschenfeindlichkeit. Rassismus und Diskriminierung sind eine Gefährdung für die Demokratie und das bedeutet immer auch eine Gefährdung von Grundrechten. Die AWO wird sich daher auch in Zukunft laut gegen rechte Parolen wehren und sich für eine offene, gerechte und von Teilhabe geprägte Gesellschaft einsetzen. Das Engagement gegen Rassismus und Hass muss gestärkt werden. Jede Form der Ausgrenzung wird bei uns nicht geduldet.“

Der Fall George Floyd in den USA warf im Jahr 2020 ein Schlaglicht auf die tödlichen Folgen von Rassismus und reiht sich in eine Vielzahl von Fällen rassistischer Gewalt gegenüber People of Colour ein. Beleidigungen, körperliche Angriffe, das sogenannte Racial Profiling und Ermordungen sind die äußerste Spitze rassistischer Gewalt. Hinzu kommen Alltagsrassismus und Diskriminierung in vielen Bereichen und auf zahlreichen Ebenen des täglichen Lebens. Auch in Schleswig-Holstein beraten die Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus regelmäßig Menschen, die von Rassismus betroffen sind. Am heutigen Abend laden sie zum Online-Speed-Dating „SH spricht über… Rassismus“ ein. Anmeldungen per E-Mail an info@rbt-sh.de. Weitere Informationen über das Projekt unter Lebenshilfe Heinsberg oder Deinwerk Heinsberg.