AWO SH fordert schnelle Einführung der allgemeinen Impfpflicht

Die AWO SH fordert die Einführung der allgemeinen Impfpflicht.

Kiel, 17. Dezember 2021. Die AWO Schleswig-Holstein fordert die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Corona-Virus für alle Personengruppe, bei denen dies gesundheitlich möglich ist und von der STIKO empfohlen wird. „Die geplante Impfpflicht der Pflegekräfte kann nur ein Einstieg in eine allgemeine Impfpflicht sein. Nur weil sich Teile der Gesellschaft bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht solidarisch zeigen, darf diese gemeinsame Verantwortung nicht auf einzelne Berufsgruppen abgewälzt werden“, betont der Vorstandsvorsitzende der AWO Schleswig-Holstein Michael Selck.

Aus Sicht der AWO Schleswig-Holstein führt eine Impfpflicht, die sich lediglich auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt, nicht zur Lösung der Krise. Die Kontakte in Pflege-Einrichtungen gehen weit über die in der Debatte benannten Berufsgruppen hinaus. „Eine auf Berufsgruppen bezogene Impfpflicht und die damit einhergehende Stigmatisierung wird daher das Risiko von Virus-Übertragungen nur unzureichend senken. Wir brauchen Solidarität untereinander, vor allem mit den von der Pandemie stark belasteten Gruppen. Einer gesellschaftlichen Spaltung wirken wir eher mit einer allgemeinen Impfpflicht, als den sonst notwendigen, weiteren drastischen Einschränkungen für Ungeimpfte, entgegen“, sagt Selck weiter.

Hierbei schließt die AWO selbstverständlich einen körperlichen Zwang zur Impfung aus und appelliert vielmehr an jede*n Einzelne*n durch die Impfung einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. Denn, die Lage bleibt ernst, auch und besonders für die Pflege-Einrichtungen. Mit der Ankündigung einer fünften Welle und der zunehmenden Ausbreitung der Omikron-Variante steigt der Druck auf das Gesundheitssystem. „Wir müssen jetzt dringend handeln. Bis zum Frühjahr mit weiteren Entscheidungen zu warten, wird die Lage voraussichtlich nur verschlimmern“, betont Selck abschließend.

Eine allgemeine Impfpflicht gegen das Corona-Virus stellt aus Sicht der AWO einen Eingriff in die „körperliche Unversehrtheit“ dar. Dieser ist aber in der drastischen Situation ein viel kleiner Eingriff als die unkontrollierte Verbreitung des Virus, die Erkrankung und deren Folgen.