Zufriedenheit von Kindern und Jugendlichen mit der stationären Jugendhilfe - Eine Kurzumfrage

Kiel, 21. Oktober 2021. Für die stationäre Jugendhilfe ist die Zufriedenheit betreuter Kinder und Jugendlichen einer der wichtigsten Qualitätsmaßstäbe. Ihre Rückmeldung dient als wertvolle Grundlage für eine kontinuierliche Optimierung der Betreuungsangebote. Aus diesem Grund hat die AWO Region Süd-West eine digitale Umfrage in vier stationären Wohngruppen durchgeführt.

Die stationäre Jugendhilfe der AWO Region Süd-West hat von März bis April 2021 eine anonyme Umfrage im digitalen Format durchgeführt, um zu untersuchen, wie zufrieden die betreuten Kinder und Jugendlichen mit und in ihren Wohngruppen sind. Der Fragebogen wurde seit 2019 im Austausch mit den Bewohner*innen und den Betreuer*innen der Wohngruppe Schröder konzipiert. Insgesamt 25 Bewohner*innen der Einrichtungen Eingangsgruppe, Mädchenwohngruppe Wedel, Wohngruppe Schröder und #Freiraum nahmen an der Umfrage teil. Die Befragten konnten ihre Zustimmung zu 32 Items aus den Bereichen Gefühl von Sicherheit & Schutz, Partizipationsmöglichkeiten, Regeln, materielles Umfeld, Freizeitgestaltung und Betreuungsqualität äußern. Auch die allgemeine Zufriedenheit mit dem Leben in der Einrichtung wurde erhoben. Die Befragten konnten in zwei Textfeldern außerdem angeben, was sie besonders gut vs. verbesserungswürdig an ihrer Einrichtung finden.

Viele Bereiche positiv beurteilt

Zentrales Ergebnis der Auswertung war, dass eine Vielzahl von Bereichen bereits als sehr zufriedenstellend von den Befragten empfunden wurde. Von den 32 positiv formulierten Aussagen wurden 26 im Mittel mit „stimme eher zu“ bis „stimme voll und ganz zu“ bewertet. Die Bewohner*innen waren besonders zufrieden mit den Rückzugsmöglichkeiten innerhalb ihrer Wohngruppen, der Vermittlung von Regelwissen und der Förderung und Unterstützung durch die Betreuer*innen. Sie stimmten besonders häufig der Aussage zu, bei Problemen und Sorgen um eine*n Ansprechpartner*in zu wissen, dem*der sie vertrauen können. Laut der Befragten sind dagegen die Ausstattung der Räume, die Freizeitmöglichkeiten in den Wohngruppen, das individuelle Eingehen der Betreuer*innen auf Wünsche und Bedürfnisse sowie die Gleichbehandlung durch die Betreuer*innen noch nicht gänzlich zufriedenstellend.

Zusätzlich wurden die Befragungsergebnisse separat für jede Einrichtung analysiert, um die einrichtungsspezifischen Stärken und Schwächen identifizieren zu können und die Herleitung möglicher Konsequenzen so individuell wie möglich zu gestalten. Im Rahmen eines transparenten Vorgehens wurden die Ergebnisse den Betreuerteams jeder Wohngruppe zurückgemeldet und auch den Bewohner*innen vorgestellt. Von den Einrichtungsleitungen der stationären Jugendhilfe werden nun auf Basis der Befragungsergebnisse Projekte erarbeitet, die im Sinne einer kritischen Reflexion und kontinuierlichen Weiterentwicklung entwicklungsbedürftige Rahmenbedingungen und die identifizierten Schwachstellen der gegenwärtigen Betreuung angehen sollen. So ist es uns als lernendes Unternehmen wichtig, die Rückmeldungen und Anregungen unserer jungen Kund*innen als Impuls für die stetige Optimierung unserer stationären Betreuungsarbeit zu nutzen.