Gesunde und nachhaltige Ernährung Thema bei der AWO

Eine Forscherin der Berliner Charité war zu Gast beim AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V. und sprach über die Herausforderungen von Klimawandel und Gesundheit in bestehenden Verpflegungskonzepten. Es nahmen AWO-Mitarbeitende aus den Einrichtungen, der Verwaltung und Geschäftsführende teil.

Gesunde und klimafreundliche Ernährung war Thema in der Geschäftsstelle des AWO Landesverbandes in Schleswig-Holstein.

Kiel, 21. September 2022. Im Rahmen des Projekts „Klimafreundlich pflegen – überall!“ fand am 20. September in der Geschäftsstelle des AWO Landesverbands Schleswig-Holstein e.V. ein Netzwerknachmittag zum Thema „Gesunde und nachhaltige Ernährung“ statt. Ergänzend zum bundesweiten digitalen Fachtag 2022 "Die stationäre Pflege und ihr Beitrag zu den Klimazielen" konnten sich die Teilnehmer*innen durch dieses Format in der Region zum Thema Verpflegung vernetzen.

Als Geschäftsführerin der AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH hielt Ulrike Kömpe zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort und verwies auf die in der Verpflegung entstehenden CO2-Emissionen eines stationären Pflegeplatzes.

Berliner Charité forscht zu Klimawandel und Gesundheit

Kern der Veranstaltung war ein Vortrag von Dr. med. Lisa Pörtner. Sie forscht zum Thema „Klimawandel und Gesundheit" an der Charité in Berlin und vertritt die Deutsche Allianz für Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V. Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele müsse der Status quo unserer Verpflegungskonzepte hinterfragt werden, so Pörtner. Ein klimafreundlicheres Dienstleistungsangebot beinhalte auch eine klimafreundlichere Gemeinschaftsverpflegung. Der anhaltende Trend zu hoch-kalorischen und stark verarbeiteten Lebensmitteln schade Mensch und Umwelt. Der steigende Konsum von Fleisch- und Molkereiprodukten stehe besonders in der Kritik, da tierische Produkte für fast 60 Prozent der Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich seien. Zudem landeten weltweit rund ein Drittel unserer Lebensmittel im Abfall. Pörtner stellte in diesem Zusammenhang die „Planetary Health Diet“ als Lösungsansatz vor. Bei dieser Ernährungsform stehen die planetaren Grenzen und die menschliche Gesundheit im Fokus.

Über den Bereich der Pflege hinaus nahmen Mitarbeiter*innen aus den Einrichtungen, aus der Landesgeschäftsstelle, Fachpersonal und drei Geschäftsführende teil. Diese bereichsübergreifende Beteiligung unterstreicht die Relevanz des Themas und ist grundlegend für die Schaffung langfristiger Synergien im gesamten Verband.

Untersuchungen zur Verpflegung in Einrichtungen des Gesundheitssystems

An der Umsetzbarkeit einer ökologisch-nachhaltigen und gesunden Gemeinschafts-verpflegung wird zurzeit an der Berliner Charité geforscht. Die Kieler Servicehäuser der AWO nehmen aktiv am Forschungsprojekts NURISHD (Nursing home and hospital food service – Implementation of Healthy and Sustainable Diets) teil. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird der Status quo der Verpflegung in Einrichtungen des Gesundheitssystems untersucht und die Gemeinschaftsverpflegung im Sinne der „Planetary Health Diet“ in der Praxis erprobt.

Der Netzwerknachmittag dient als Auftakt für einen weiterführenden Dialog zum Thema im Netzwerk des Projekts und in den unterschiedlichen Geschäftsbereichen des AWO Landesverbandes Schleswig-Holstein e.V. Die Veranstaltung wurde von Eva Flandermeier, Klimaschutzkoordination im Landesverband, organisiert und durchgeführt.