Corona-Impfungen: AWO für eine höhere Priorisierung der Kinder- und Jugendhilfe

Kiel, 16. März 2021. Nachdem die Kindertagesstätten und Schulen sukzessiv öffnen, wurden Lehrer*innen und die Mitarbeitenden in diesen Einrichtungen in die Gruppe 2 der Corona-Impfverordnung eingestuft. Die AWO Schleswig-Holstein hält diese umsichtigen Schritte für richtig und unterstütz diese Entscheidung für die Kolleg*innen. Gleichzeitig steigt aber mit der Öffnung der Schulen und der Kindertagesstätten auch das Infektionsrisiko weiterer Arbeitsbereiche im Sozialwesen. Dies betrifft vor allem auch die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Sie werden in die Gruppe 3 der Impfverordnung eingestuft, obwohl die Kolleg*innen zwangsläufig enge Kontakte und in hohem Maße Verantwortung für die Sicherung des Kindeswohls, für die Krisenbewältigung, die Unterstützung von Familien und für die Möglichkeit der Teilhabe an Bildung ermöglichen.

Für die AWO Schleswig-Holstein ist es nicht nachvollziehbar, dass die professionelle Kinder- und Jugendhilfe nicht in gleicher Weise in den Blick genommen wird, wie die Einrichtungen und Dienste der Pflege, der Eingliederungshilfe und den Kindertagesstätten. Ein mögliches Infektionsgeschehen unterscheidet nicht nach Art der Einrichtung, des anzuwendenden Sozialgesetzbuchs oder der kommunalen Selbstverantwortung. Die Kolleg*innen der Kinder- und Jugendhilfe werden durch die Öffnung der Schulen und Kitas unmittelbar mit einem erhöhten Risiko konfrontiert. Diesem sind sie ohnehin seit nunmehr über einem Jahr ausgesetzt. Dennoch werden sie in den Test- und Impfstrategien kaum bis gar nicht berücksichtigt.

Die AWO erkennt an, dass die Impfverordnung der Bundesregierung nicht auf Entscheidungen der Länder basiert und begrüßt den Einsatz des Landes auch die Kolleg*innen der Kinder- und Jugendhilfe in die 2. Gruppe vorzuziehen. Grundsätzlich fordert die AWO Schleswig-Holstein, die Kinder- und Jugendhilfe bei den Strategien zur Bewältigung der Pandemie ausnahmslos mitzudenken und zu beteiligen.