Interaktives Informationsangebot zum Tag der Substitution am 5. Mai 2021

Lübeck, 30. April 2021. Anlässlich des bundesweiten Aktionstages Substitution wird es vor dem Kontaktladen tea & talk der AWO DrogenHilfe Lübeck, von etwa 9.30 bis 14. 30 Uhr, ein interaktives Informationsangebot geben, um Betroffene und sonstige Interessierte über mögliche Inhalte einer Substitutionsbehandlung aufzuklären. Dieses Angebot ist Teil der bundesweiten Initiative „100.000 Substituierte bis 2022“ verschiedener Suchthilfeorganisationen. Ziel der Initiative ist es bis Ende nächsten Jahres 100.000 der etwa 165.000 in Deutschland lebenden Menschen mit einer Heroin- bzw. Opioidabhängigkeit in eine Substitutionsbehandlung zu bringen. Derzeit werden etwa 80.000 Menschen mit dieser Behandlungsform erreicht.

Die Substitutionsbehandlung ist seit 1990 in Schleswig-Holstein ein fester Bestandteil der medizinischen Behandlung von Menschen mit einer Heroin- bzw. Opioidabhängigkeit. Neben der medizinischen Behandlung bedarf es eines komplexen, interdisziplinären Behandlungsansatzes, sowie der Kooperation mit kommunaler Suchthilfe, um die durch die Abhängigkeit entstandenen verschiedensten psychosozialen Problemlagen zu bearbeiten.

Die Substitution schafft die Voraussetzungen für gesundheitliche Stabilisierung sowie gesellschaftliche Wiedereingliederung und Teilhabe der Betroffenen. Sie stellt einen wesentlichen Bestandteil der differenzierten psychosozialen Hilfen und medizinischen Behandlungsangebote für drogenabhängige Menschen in Lübeck dar.

Seit einiger Zeit zeichnet sich allerdings bundesweit eine Entwicklung ab, die dieses Behandlungsangebot in Gefahr bringt. Bei steigender Behandlungsnachfrage sinkt gleichzeitig die Zahl der substituierenden Ärzt*innen. In Lübeck gibt es derzeit lediglich drei Schwerpunktpraxen, bei denen Menschen mit Heroin- bzw. Opioidabhängigkeit behandelt werden können. Alle drei arbeiten am Rand ihrer Kapazitätsgrenzen. Die Versorgung der Klientel ist bereits jetzt nicht mehr ausreichend gesichert. Das ist gerade auch vor dem Hintergrund des Anstiegs von verstorbenen Drogengebraucher*innen Besorgnis erregend.