Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen


Preetz, 25. November 2020. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November setzen Akteur*innen in aller Welt jährlich ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen, so auch in Preetz im Kreis Plön und in Lübeck.

Das Team der AWO Flüchtlingshilfe Preetz (AWO Interkulturell), Mitarbeiter*innen des Autonomen Frauenhauses im Kreis Plön und das Team der der Beratungs- und Fachstelle bei Gewalt an Mädchen und Frauen im Kreis Plön informierten heute auf dem Wochenmarkt in Preetz von 9 bis 13 Uhr rund um das Schwerpunktthema „Femizid“. Hierbei handelt es sich um die Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Auch ehrenamtlich engagierte Frauen der AWO Flüchtlingshilfe waren vor Ort und verkauften selbstgenähte Masken in der Farbe orange, die gegen eine kleine Spende abgegeben wurden. Die Farbe Orange spielt eine besondere Rolle an dem jährlich stattfindenden Tag gegen Gewalt an Frauen: „Orange The World!“ lautet die weltweite Beleuchtungsaktion, die ursprünglich von UN Women initiierte wurde und heute vielfach unterstützt wird. Die Farbe soll dabei eine hellere Zukunft frei von Gewalt symbolisieren. So gestalteten auch die Kolleg*innen im AWO Frauenhaus in Lübeck die Fenster in der Farbe orange, um ein Zeichen an diesem Tag zu setzen.

Die Fenster im Frauenhaus in Lübeck.

Wie die jüngst vorgestellte Kriminalstatistische Auswertung des BKA zur Partnerschaftsgewalt zeigt, ist die Gewalt in Partnerschaften auf einem hohen Niveau geblieben. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Jede dritte Frau ist mindestens einmal im Leben von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen. Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen in Partnerschaften sind die Opfer zu 98,1% weiblich, bei Stalking, Bedrohung und Nötigung sind es 89 Prozent.

Schon jetzt zeigt sich, dass sich die Situation für viele Frauen durch die Corona-Krise verschärft, wie Berichte aus Gewaltambulanzen über schwere Gewalt gegen Frauen belegen, doch häusliche Gewalt ist nicht erst seit Corona ein Problem. Jede Frau muss jederzeit die Möglichkeit haben Gewalt entkommen zu können und Schutz zu erhalten! Die AWO bekräftigt zu diesem Anlass seine Forderung für einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und deren mitbetroffene Kinder. Das Hilfe- und Unterstützungssystem zum Schutz vor häuslicher Gewalt muss verpflichtend und auskömmlich finanziert werden.

Viele Hilfsangebote in Schleswig-Holstein sind hier aufgeführt. Die Bandbreite der Angebote reicht von Zuflucht bei unmittelbarer Gefährdung über Beratung bis hin zu psychologischen und psychosomatischen Therapieangeboten.
Von den 16 Frauenhäusern in Schleswig-Holstein betreibt die AWO das Frauenhaus in Lübeck. Mehr dazu finden Sie hier..
Eine wichtige Anlaufstelle ist auch das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Unter 0800 0 116 016 gibt es Beratung und Vermittlung an spezialisierte Hilfseinrichtungen vor Ort, kostenfrei und anonym, rund um die Uhr und in 18 Sprachen.

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