Partizipation

Damit Kinder nicht nur Schutzbefohlene sind, setzt sich die AWO in Schleswig-Holstein anknüpfend an ihre Geschichte nachhaltig für Kinderschutz, Partizipation und Demokratie ein. Kinder lernen mit ihrer spielerischen Selbstverständlichkeit, in unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft hereinzuwachsen und sich für ihre Interessen einzusetzen. So werden sie zu mündigen Trägern von Rechten und zu aktiven Mitgliedern der Gesellschaft.

Partizipation und Demokratie als Arbeitsschwerpunkte

Unter Partizipation verstehen wir die Mitgestaltung des Alltages in der Kindertagesstätte durch Beteiligung der Kinder und Eltern. Dabei ist es Aufgabe der Fachkräfte, in einer beobachtenden suchenden Begegnung die Bedürfnisse der Kinder und Eltern zu erfassen und ihnen in Aushandlungsprozessen Möglichkeiten zu geben, sich für die eigenen Interessen einzusetzen. Hilfreich ist die Entwicklung gemeinsamer Verfahrenswege und Abstimmungsverfahren.

Wenn es um ihre eigene Lebensgestaltung geht, besitzen Kinder viele Fähigkeiten. Diese aufzugreifen und zu stärken, sieht die AWO als eine große Chance an. So lernen Kinder mit ihrer spielerischen Selbstverständlichkeit in die freiheitlich demokratische Gesellschaft hineinzuwachsen und sich zudem für ihre Interessen einzusetzen! Ein bedeutender Aspekt dabei ist, dass Kinder schon im Kita-Alter selbstbewusster werden, ihre Mündigkeit erproben und lernen „JA“ und vor allem „NEIN“ zu sagen. Diese Befähigung ist besonders dann wichtig, wenn Kinder in ihren Rechten beschnitten oder der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt sind.

In Schleswig-Holstein trug die Arbeiterwohlfahrt mit Hilfe einer Initiative in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund und dem Sozialverband dazu bei, dass Kinderrechte seit 2010 Bestandteil der Landesverfassung sind. Dadurch werden Kinder zu mündigen Träger*innen von Rechten.

Damit Kinder nicht nur Schutzbefohlene sind, setzt sich die AWO in Schleswig-Holstein anknüpfend an ihre Geschichte nachhaltig für Kinderschutz, Partizipation und Demokratie ein, indem sie in ihren Kindertages- und Jugendhilfeeinrichtungen die Projekte „Kinderstube der Demokratie“ und „Demokratie in der Heimerziehung“ umsetzt. Diese sehen ein Regelwerk für das Personal sowie einen Rechtekatalog für die Kinder und Jugendlichen vor. Dadurch werden ihnen bereits sehr früh Demokratie, Teilhabe und Chancengleichheit vermittelt.

„Kinder haben Rechte - und unsere Demokratie lebt vom Mitmachen. Je früher, desto besser!“
Michael Selck (Landesgeschäftsführer)

Demokratie-Kitas

AWO Kitas zeichnen sich durch gemeinsame Werte und ein gemeinsames Profil aus. Daneben sind Partizipation und Demokratie als besondere Schwerpunkte, seit 1998 in den Grundsätzen der AWO festgeschrieben und seit 2004 in Form der demokratischen Bildung, ursprünglich als Modellprojekt, inzwischen als fester Bestandteil in frühkindlichen Einrichtungen verankert. Demokratie und Partizipation sind zum tragenden Moment der Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen geworden und schärfen als inhaltliche Säule das Profil der AWO.

Um das Konzept „Kinderstube der Demokratie“ in allen AWO Kitas zu etablieren, werden seit 2006 pädagogische Fachkräfte für Partizipation in Kindertageseinrichtungen ausgebildet. Inzwischen ist rund die Hälfte aller AWO Kitas in Schleswig-Holstein als „Demokratie-Kita“ zertifiziert. Bis zum Jahr 2020 sollen alle AWO Kitas zu „Demokratie-Kitas“ werden.

„Mit den Demokratie-Kitas leistet die AWO Schleswig-Holstein ihren Beitrag, um Demokratie, Teilhabe, Vielfalt und Chancengleichheit bereits den Jüngsten weiterzugeben und zu vermitteln. Schließlich wollen wir starke und mündige Kinder. Das ist das Beste, was uns als Gesellschaft passieren kann!”
Wolfgang Baasch (Landesvorsitzender)