Hannelore Fojut – 1929 bis 2026
Wir müssen von unserer Ehrenvorsitzenden Hannelore Fojut Abschied nehmen. Sie starb am 04. Februar 2026 im Alter von 97 Jahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie. Wir trauern um Hannelore und sind dabei auch sehr dankbar für ihre außergewöhnliche Lebensleistung.
Hannelore hat bereits als Kind Verantwortung für andere übernommen und es zeit ihres Lebens weiter so gehalten. Ihr jahrzehntewährendes ehrenamtliches Engagement begann 1963 in der Arbeiterwohlfahrt. Sie engagierte sich immer mit dem Anspruch, dass für Kinder und Jugendliche Gesundheit, optimale Entwicklungsmöglichkeiten und Chancengerechtigkeit entstehen können. Und sie wollte für Mütter, Väter und Familien ein gutes und sicheres Leben sowie für alle Menschen bis hinein ins hohe Alter Selbstbestimmung, Selbständigkeit und Teilhabe erwirken.
Mit ihrer den Menschen zugewandten Art, stets hellwach, humorvoll und klug, hat Hannelore mit einer für sie charakteristischen mitreißenden Energie unmöglich Scheinendes doch möglich gemacht – immer im Netzwerk gedacht, gehandelt und zum Wohle der Menschen. Ein für sie sehr wichtiges Projekt war der erste Ganztagskindergarten in Schleswig-Holstein, den sie als Vorsitzende der AWO Ortsverein Schönkirchen gründete. Zeitgleich richtete sie als AWO ebenfalls eine Sozialstation als Modelleinrichtung ein, die Beratung, Altenhilfe und Altenpflege bündelte. Später entwickelte sie das Konzept der AWO Servicehäuser maßgeblich mit und trieb die Eröffnung des AWO Servicehauses Schönkirchen ideenreich und energisch voran.
Landesweit arbeitete Hannelore seit 1971 im AWO Landesvorstand mit und war von 1983 bis 1995 Vorsitzende. Neben den AWO Servicehäusern lag Hannelore die Ausbildung der Pflegekräfte am Herzen: Ihr war die Qualität der Ausbildung ein wichtiges Anliegen – gleichzeitig vermittelt die Ausbildung bei der AWO auch das Menschenbild und die Werte der Arbeiterwohlfahrt.
Das Lebenswerk von Hannelore ist mit den höchsten Auszeichnungen geehrt worden: Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande aus der Hand des damaligen Ministerpräsidenten Torsten Albig, die Marie-Juchacz-Plakette des AWO Bundesverbandes und sie wurde als erste Frau zur Ehrenbürgerin der Gemeinde Schönkirchen ernannt.
Worüber sie sich und auch wir uns ganz besonders gefreut haben: Bereits im Sommer 2023 gründeten wir zusammen die Hannelore-Fojut-Stiftung. Die Ausschüttung unterstützt soziale Projekte, der Stiftung kann zugestiftet werden. Sie selbst sagte bei der Gründung: „Ich freue mich wirklich sehr über die Stiftungsgründung. Soziale Gerechtigkeit stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Deshalb engagiere ich mich heute noch für die AWO. Dass die Stiftung meinen Namen trägt und mit ihr meine Arbeit fortgesetzt wird, erfüllt mich mit Dankbarkeit und Demut. Sie wird einen wichtigen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit in unserem Land leisten.“
Die Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein e. V. wird Hannelore ein ehrendes Andenken bewahren.
https://www.awo-sh.de/hannelore-fojut-stiftung-der-awo