Gesundheit gerecht gestalten – in Zeiten der Klimakrise

Zum Internationalen Aktionstag zu Frauengesundheit am 28. Mai fordert die AWO Schleswig-Holstein eine geschlechtergerechte und klimasensible Gesundheitsversorgung und rückt die anhaltende Benachteiligung von Frauen im Gesundheitssystem in den Fokus.

Frauen erleben strukturelle Hürden – medizinisch, sozial und ökonomisch. Von verspäteten Diagnosen über fehlende Therapieplätze bis hin zu mangelnder Barrierefreiheit: Besonders betroffen sind Frauen, die jung, alt, arm, psychisch belastet oder behindert sind. Auch in Schleswig-Holstein zeigen aktuelle Daten: Der Gender Health Gap ist real.

Frauen erkranken häufiger an Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes oder psychischen Erkrankungen – und erhalten dennoch oft nicht die Versorgung, die sie benötigen. So sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 37 % die häufigste Todesursache bei Frauen. Hinzu kommen Herausforderungen bei der Krebsfrüherkennung, etwa für jüngere Frauen mit familiärer Vorbelastung. So bleibt der Zugang zu Früherkennung – insbesondere für Frauen unter 50 – eingeschränkt und Betroffene berichten von Hürden beim Zugang zu Mammographien.
Zusätzlich verschärft die Klimakrise diese Ungleichheiten. Sie gilt als größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts – und trifft jene am stärksten, die am wenigsten zu ihr beitragen. Frauen, insbesondere Schwangere, Ältere, Kinder, Armutsbetroffene und Menschen mit Behinderungen, sind durch biologische, soziale und ökonomische Faktoren besonders vulnerabel. Längere Hitzeperioden, Umweltverschmutzung und neue Infektionskrankheiten treffen sie überproportional. So steigern heiße Nächte ab 24 Grad etwa das Schlaganfallrisiko bei Frauen.

Der Klimawandel wirkt damit nicht nur als Umweltkrise, sondern verstärkt bestehende soziale und gesundheitliche Ungleichheiten. Gesundheit und Klimaschutz gehören deshalb zusammen gedacht – denn wer sich für Klimagerechtigkeit einsetzt, schützt auch die Gesundheit der besonders Betroffenen.
Die AWO Schleswig-Holstein setzt sich seit Jahrzehnten für eine gerechte Gesundheitsversorgung ein: mit Mutter-Kind-Kuren, Krebsberatungen, Schwangerschaftskonfliktberatung und Frauenhäusern. Gleichzeitig übernimmt sie Verantwortung im Klimaschutz – durch den Ausbau erneuerbarer Energien, den Umstieg auf E-Mobilität und die Förderung pflanzenbasierter Ernährung.

Unsere Forderung: Gesundheit muss barrierefrei, geschlechtergerecht und für alle zugänglich sein – unabhängig von Lebenslage oder Herkunft. Und sie muss krisenfest gestaltet werden – auch mit Blick auf die Herausforderungen des Klimawandels.

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