Erste Mütterklinik Schleswig-Holsteins eröffnet in Travemünde
Travemünde, 03. Juni 2026 – Die AWO Schleswig-Holstein hat in Travemünde die erste reine Mütterklinik des Landes eröffnet. Diese stationäre Vorsorgeeinrichtung richtet sich an Frauen mit körperlichen und psychischen Belastungen, die eine medizinische Vorsorgemaßnahme ohne ihre Kinder in Anspruch nehmen möchten. In der Klinik können bis zu 50 Patientinnen gleichzeitig aufgenommen werden.
Die neue Einrichtung liegt im Travemünder Stadtteil Brodten, ganz in der Nähe der Ostsee. Die Anlage wurde umfassend saniert und modernisiert. Auf dem Gelände befinden sich 50 überwiegend barrierefreie Appartements sowie Therapie- und Bewegungsräume. Darüber hinaus stehen medizinische und physiotherapeutische Angebote zur Verfügung.
Die Klinik ergänzt das bestehende Vorsorgeangebot der AWO Schleswig-Holstein. Bereits heute betreibt der Verband Mutter-Kind-Kliniken in Keitum auf Sylt und in Kellenhusen an der Ostsee. Mit dem neuen Standort schafft die AWO erstmals ein Angebot ausschließlich für Frauen.
Für wen ist das Angebot geeignet?
Im Mittelpunkt des Konzepts stehen Frauen, die durch Familienorganisation, Erziehungsarbeit, Pflege von Angehörigen und berufliche Anforderungen dauerhaft stark belastet sind. Die Klinik arbeitet nach einem biopsychosozialen Ansatz und verbindet medizinische, therapeutische und psychosoziale Angebote.
„Viele Mütter funktionieren jahrelang, obwohl ihre Belastungsgrenze längst überschritten ist. Mit der neuen Klinik schaffen wir einen Ort, an dem ihre Gesundheit endlich im Mittelpunkt steht“, sagt Gabriele Bossmann, Geschäftsbereichsleitung Familie und Gesundheit.
Zum Behandlungskonzept gehören unter anderem Stressbewältigung, Bewegungstherapie, psychosoziale Beratung, Ernährungsangebote, Präventionskurse sowie Angebote zur Entspannung und Selbstfürsorge. Ziel ist es, gesundheitlichen Beschwerden frühzeitig zu begegnen, persönliche Ressourcen zu stärken und Strategien für den Alltag zu vermitteln.
„Mütter tragen oft die Hauptverantwortung für Familie, Organisation und Pflege. Diese Leistung bleibt gesellschaftlich noch immer zu häufig unsichtbar. Wir wollen Frauen Zeit, Raum und professionelle Unterstützung geben, bevor aus Überlastung Krankheit wird“, so Bossmann weiter.
„Wer über Gleichstellung spricht, muss auch über Gesundheit sprechen. Frauen tragen noch immer den größten Teil der Sorgearbeit. Die Folgen zeigen sich körperlich und psychisch. Mit der neuen Mütterklinik investieren wir gezielt in Frauengesundheit und schaffen ein Angebot, das in Schleswig-Holstein bislang gefehlt hat“, erklärt Anna Ziethmann, Geschäftsführerin AWO Schleswig-Holstein gGmbH.
Die stationären Vorsorgemaßnahmen erfolgen auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung nach § 24 SGB V. Kostenträger sind die gesetzlichen Krankenkassen. Patientinnen leisten einen Eigenanteil von maximal zehn Euro pro Tag.
Eine Anleitung zur Realisierung einer Kur unter: Schritt für Schritt zur Kur
Weitere Informationen zur Klinik und zu Vorsorgemaßnahmen für Mütter gibt es unter www.awo-sh.de.