Montag, 21 Oktober 2019 16:23

Volles Haus in der Daimlerstraße 17 in Elmshorn

Ole

AWO und Lebenshilfe – eine Werkstatt für Menschen mit psychischen und körperlich-geistigen Behinderungen unter einem Dach, dieses Projekt – ein Novum im Kreis Pinneberg - feierte am Freitag, den 18.10.2019 Einweihung.
Eingerahmt von der artistischen Comedy des Hamburger Comedians Jens Ohle gratulierten die verschiedensten Redner zum gelungenen Start.


Für Hans-Peter Stahl, Unternehmensbereichsleiter der Psychosozialen Dienste, der den Reigen der Grußreden eröffnete, ist der neue Standort ideal: „Es ist ein schönes Gebäude in einer netten Umgebung und trotzdem mitten im Gewerbegebiet am grauen Esel.“ Er wies aber auch darauf hin, dass es keine leichte Geburt war, angefangen von der Frage, ob es funktioniert, wenn Menschen mit so unterschiedlichen Behinderungen unter einem Dach arbeiten, bis zu den baulichen und planerischen Hürden, die der Umbau der Immobilie nach sich zog. „Aber wir sind stolz, dass wir es nun geschafft haben.“   

Esel klein

Der Esel - das Maskottchen des Gewerbegebiets - feierlich geschmückt.

Lebenshilfe Geschäftsführer Michael Behrens erinnerte daran, dass die Wurzeln der Kooperation weit zurück liegen – „Bereits vor 23 Jahren haben wir den ersten Verbundvertrag unterschrieben.“ Auch für Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje ist der Standort im Gewerbegebiet perfekt gewählt: „Sie sind ein normales Unternehmen. Eigentlich supernormal“.

Immer wieder gibt es Diskussionen, ob Behindertenwerkstätten Inklusion verhindern, statt sie möglich zu machen. Dazu formulierte der schleswig-holsteinische Behindertenbeauftragte Professor Dr. Haase in seinem Grußwort eine klare Meinung: „Wer glaubt, dass Werkstätten verzichtbar wären, lebt auf dem Mond“. Sie ermöglichten Arbeit und Selbstbewusstsein und in der UN Behindertenrechtskonvention stehe nirgends, dass bestimmte Einrichtungen nicht mehr nötig seien.

Ähnlich formulierte es auch Axel Willenberg von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen. „Ich bedauere die Forderung nach Schließung. Wir beschäftigen Menschen, deren Arbeit wegen zu geringer Wertschöpfung für profitorientierte Unternehmen oft uninteressant ist. Solche Unternehmen suchen nämlich Mitarbeiter für die zu leistende Arbeit, während wir Arbeit für unsere Beschäftigten suchen.“
Auch der Pinneberger Landrat Oliver Stolz war da und stellte in seinem launigen Grußwort fest, dass die Nähe zur Kreisverwaltung sehr praktisch sei, nicht nur, weil er einen so angenehm kurzen Weg zur Veranstaltung hatte.
Der Pinneberger Beauftragte für behinderte Menschen Axel Vogt freute sich dass er die Gesetze der Physik aufheben und sein Grußwort halten konnte, obwohl er am Tag der Eröffnung verhindert war. Sein Grußwort wurde im Vorfeld von Beschäftigten des MultiMediaService aufgenommen und als Videobotschaft während der Veranstaltung eingespielt.  

redner klein

Ganz offensichtlich gut gelaunt - v. l. Herr Parchent, Firma Semmelhaack, Herr Stahl, Herr Behrens und Herr Willenberg



Eine ringsum gelungene Veranstaltung – so die einhellige Meinung der zahlreichen Gäste, die nach einer Stärkung, die Gelegenheit für Gespräche und für einen kleinen Rundgang durch die Räume nutzten.


 

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