Donnerstag, 04 Juli 2019 09:15

Mit geradem Rücken pflegen

Arjo Deutschland GmbH und Master Care A/S unterstützen Pflegeauszubildende des AWO Bildungscampus in Preetz mit rückenschonenden Hilfsmitteln

Preetz. Rückenschmerzen sind die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche und sind der Grund für 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland. Menschen, die in der Pflege arbeiten, sind in besonderem Maße davon betroffen. Die Firmen Arjo Deutschland GmbH und Master Care A/S unterstützen den Bildungscampus, um den Auszubildenden eine moderne und rückenschonende Ausbildung zu ermöglichen. Um die Ausbildung von Pflegekräften in Preetz diesbezüglich auf den aktuellen Stand zu bringen, stellen Arjo Deutschland GmbH und Master Care A/S Hilfsmittel für die Ausbildung zur Verfügung, die den Auszubildenden schon vor Berufsstart ein rückenschonendes Arbeiten ermöglichen. Zukünftig sollen auch die beiden andern Pflegeschulen der AWO in Lauenburg und Elmshorn entsprechend ausgestattet werden.

Bild1 kleinv.l. Florian Zurheide (AWO Bildungscampus), Michael Burmester (Arjo Deutschland), Vidar Geitrheim (Master Care), Irmgard Stremlau (AWO Bildungscampus), Heiko Achterberg (Arjo Deutschland) bei der Übergabe der Hilfsmittel am Mittwoch in Preetz.Foto AWO SH

Bei einem Fototermin am Mittwoch im AWO Bildungscampus mit Michael Burmester und Heiko Achterberg von der Arjo Deutschland GmbH, Vidar Geitrheim von Master Care A/S und Irmgard Stremlau und Florian Zurheide vom AWO Bildungscampus wurden die Hilfsgeräte ausprobiert und vorgestellt. „Der Pflegeberuf kann durch solche Hilfsmittel attraktiver werden. Sie können dabei helfen, die Patienten zu mobilisieren und die Pflegekräfte zu entlasten. Außerdem sorgen wir so bereits in der Ausbildung für den notwendigen Schutz des Rückens der künftigen Pflegerinnen und Pfleger“, sagt Irmgard Stremlau, Unternehmensbereichsleiterin des AWO Bildungscampus.

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Auszubildende des AWO Bildungscampus nutzen die neuen Hilfsmittel in ihrer Ausbildung. Fotograf Peter Hamel



Hilfsmittel schonen den Rücken

Zu den großen technischen Hilfsmitteln zählen ein mobiler Lifter, ein Aufsteh-Lifter und eine Aufrichthilfe der Firma Arjo Deutschland GmbH, in Kürze wird auch noch ein Deckenlift-System zur Verfügung stehen. Zu den kleinen Hilfsmitteln zählen ein mit Liftersystemen kompatibles Master Turner-System, Nylon Master Gleittücher, Hand Master Gleithandschuhe, ein Transfer Brett samt Transfer-Gürtel und ein Beingurt der Firma Master Care A/S.
 
Der Kontakt zu den beiden Firmen entstand durch das von der EU geförderte Interreg Projekt (Kodif) in Dänemark, wo die Anwendung von Hilfsmitteln in der Pflege selbstverständlich ist. „Durch langjährige Projekterfahrungen in Zusammenarbeit mit Pflegeschulen und -einrichtungen in Dänemark haben wir gelernt, wie sinnvoll eine Integration von Hilfsmitteln in den Pflegealltag ist. Die Mitarbeiter*innen sind zufriedener und gesünder und die Bewohner*innen werden sanfter bewegt“, sagt Florian Zurheide, Projektkoordinator am AWO Bildungscampus in Preetz. Das Projekt Flyt i flok in Dänemark zeige, dass der Einsatz von Hilfsmitteln zu bis zu 25 % weniger Fehlzeiten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen führe.
 
Hintergrund

In der Pflege sind Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) ein drängendes Problem im Arbeitsschutz. Fast ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage und fast ein Fünftel der gesundheitlich begründeten Frühberentungen waren in den vergangenen Jahren auf diese Diagnose zurückzuführen. Laut dem BKK Gesundheitsatlas 2017 haben Altenpflegerinnen fast doppelt so viele Fehltage (7,0 AU-Tage) aufgrund von Rückenproblemen im Vergleich zu den weiblichen Beschäftigten insgesamt (3,7 AU-Tage). Mit mehr als 20 Prozent der Meldungen stehen die Erkrankungen der Lendenwirbelsäule an zweiter Stelle der angezeigten Berufskrankheiten bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

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