Mittwoch, 15 Mai 2019 13:48

Neue Räume für mehr Beratung

AWO Drogenhilfe Lübeck bekommt zusätzlichen Platz
 
Lübeck. Immer mehr Selbsthilfegruppen, Familiengespräche oder anonyme Beratungen: Die steigende Nachfrage nach Unterstützungsangeboten für Suchterkrankte und deren Angehörige hat eine Erweiterung der Räumlichkeiten der AWO-Drogenhilfe in Lübeck notwendig gemacht. Um diese Räume offiziell einzuweihen und einen Rundgang durch die Einrichtung mit Gesprächen zu ermöglichen, hat die Anonyme Drogenberatungsstelle der AWO Schleswig-Holstein am Mittwoch zu einer Eröffnungsfeier eingeladen. „In diesem Jahr wird die AWO 100 Jahre alt. Das wollten auch wir zum Anlass nehmen, um heute hier gemeinsam zu feiern“, sagt Karin Mechnich, Einrichtungsleiterin der AWO Drogenhilfe in Lübeck, bei der Begrüßung der Gäste.

AWO Drogenhilfe Eroeffnung neue Raeume
(v.li.) Der AWO Landesvorsitzende Wolfgang Baasch, der Senator für Wirtschaft und Soziales der Stadt Lübeck Sven Schindler, die Einrichtungsleiterin der AWO Drogenhilfe Karin Mechnich, Steffen Dannenberg von der Deutschen Rentenversicherung Nord und Dr. Markus Weber, der erste Vorsitzende der Koordination für Suchtfragen Lübeck, eröffneten am Mittwoch gemeinsam die neuen Räume für die AWO Drogenhilfe.

Enge Zusammenarbeit mit der Stadt

In seinem anschließenden Grußwort verweist der AWO Landesvorsitzende Wolfgang Baasch auf die täglichen Herausforderungen des Teams um Karin Mechnich: „Die Arbeit in der Drogenhilfe ist an vielen Stellen herausfordernd und von Höhen sowie besonderen Tiefen gekennzeichnet. Lassen Sie uns auch in den kommenden 100 Jahren laut und stark sein im Einsatz für die Menschen, die Unterstützung benötigen. Das ist gerecht. Das ist AWO. Seit 100 Jahren.“ Die Anonyme Drogenberatungsstelle der AWO in Lübeck gibt es bereits seit rund 45 Jahren. Ein Grundpfeiler für erfolgreiche Suchtberatung ist aber auch die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Politik. „Ich bin der AWO-Drogenhilfe für ihr Jahrzehnte langes Engagement in Lübeck außerordentlich dankbar. Durch den neuen Gruppenraum kann nun noch bessere Beratung stattfinden“, sagt der Senator für Wirtschaft und Soziales der Stadt Lübeck, Sven Schindler.

Auch Dr. Markus Weber, erster Vorsitzender der Koordination für Suchtfragen, betont die wichtige Rolle der Drogenhilfe in Lübeck: "Die AWO Drogenhilfe stellt seit Gründung des trägerübergreifenden Vereins Lübecker Koordination für Suchtfragen im Jahr 2007 ein Vorstandsmitglied des Vereins. Sie ist mit ihrem besonderen Blickwinkel, mit ihren Konzepten und Ideen, gerade auch bei kontrovers diskutierten Themen von hoher Bedeutung für die Gestaltung der Suchthilfelandschaft der Hansestadt Lübeck und setzt sich engagiert für die Belange der drogenabhängigen Menschen ein."


Mehr Platz für Selbsthilfegruppen, Beratungen und Kolleg*innen

Die zusätzlichen Räume wurden nötig, weil das Personal und die Angebote wachsen. Inzwischen gibt es drei Selbsthilfegruppen: Raus aus dem Rausch, Eltern cannabisabhängiger Kinder und neuer Geburtstag – eine Selbsthilfegruppe auf Farsi. Diese Gruppen finden nun dort ihren Platz. Der zweite neue Gruppenraum kann ab sofort für Gespräche mit mehreren Personen oder Familien genutzt werden und bietet Platz für ein Archiv. Außerdem gibt es einen Sozialraum für die Kolleg*innen. Die Beratungsstelle wird durch die neuen Räume entlastet und für die Kollegin im Ambulant betreuten Wohnen entstand ein eigenes Büro.
 
Der niedrigschwellige Beratungsbereich der AWO Drogenhilfe wurde über die Jahre durch Straßensozialarbeit und einen Kontaktladen immer weiter ausgebaut. Seit 2011 ist die Drogenhilfe Lübeck beratend in der JVA tätig; seit 2018 gibt es zudem eine Einrichtung für ambulant betreutes Wohnen. In diesem Jahr wurde die Straßensozialarbeit der Drogenhilfe über die Altstadt hinweg bis zum Umfeld vom Hauptbahnhof ausgebaut. Derzeit arbeiten 12 Kolleg*innen bei der Drogenhilfe in Lübeck. Ziel der akzeptierenden Drogenarbeit ist es, die körperlichen, psychischen und sozialen Schädigungen, die sich aus dem Konsum illegaler Drogen in der offenen Drogenszene ergeben können, zu verhindern oder zumindest zu lindern und Hilfen für das Überleben und das Bearbeiten von Problemen bereitzustellen.
 
„Das gegliederte Sozialleistungssystem hat für die verschiedenen Akteure unterschiedliche Aufgaben vorgesehen. Für uns als Rentenversicherungsträger ist die Entwöhnungsbehandlung nach erfolgreicher Entgiftung das Instrument, um Menschen dabei zu unterstützen, den Weg zurück in einen „normalen Alltag“ zu finden“, sagt Steffen Dannenberg von der Deutschen Rentenversicherung Nord, die das gemeinsame Projekt von AWO und der Vorwerker Diakonie „Beratung in den Jobcentern“ finanziert.
 
Zum Abschluss konnten die Besucher die Anonyme Drogenberatung bei einem Rundgang näher kennenlernen und sich bei einem Buffet austauschen.

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