Dienstag, 28 August 2018 10:48

Projekt „Landgewinn“ startet im Kreis Schleswig-Flensburg

Migrant*innen aus Schleswig-Holstein bekommen Einblicke in die Lokalpolitik

Schleswig. Mit 38 Teilnehmer*innen startete am vergangenen Mittwoch das Partizipationsprojekt „Landgewinn“ der AWO Schleswig-Holstein im Kreis Schleswig-Flensburg.

Teilnehmer - Landgewinn

Die Teilnehmer*innen von „Landgewinn“ im Kreis Schleswig-Flensburg

Als Mentor*innen geben Lokalpolitiker*innen hierbei Migrant*innen einen Einblick in ihren Alltag und lassen sich mehrere Wochen über die Schulter schauen. Ziel dabei ist es, die regionalen Politiker mit politisch interessierten Zugewanderten in Kontakt zu bringen und so auch Migrant*innen langfristig die Möglichkeit der politischen Partizipation in Schleswig-Holstein zu ermöglichen. „Von unserem Projekt profitieren alle Beteiligten“, sagt Niklas Muhlack von der AWO, der gemeinsam mit Saeed Hmeidan die Abläufe koordiniert. Politiker*innen erhielten einen Einblick in den Alltag der Migrant*innen und können sogar politischen Nachwuchs finden. Den Migrant*innen bietet das Projekt, neben der politischen Mitgestaltung, die Möglichkeit die demokratischen Strukturen besser kennenzulernen und sich lokal zu vernetzen.

Erste Mentoring-Paare bereits im Mai

Bereits bei der Infoveranstaltung Anfang Mai mit Sylke Willig (Bildungs-Koordinatorin für Neuzugewanderte) und Dagmar Kistner (Koordinierungsstelle zur Integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen) vom Kreis Schleswig/Flensburg fanden sich erste Mentoring-Paare. So wird der Bürgermeister von Schleswig, Dr. Arthur Christiansen, ab August von dem Syrer Mahmoud Abbas begleitet, der seit drei Jahren in Deutschland lebt. Auch Karin Carstensen, die Bürgermeisterin von Hörup, wird Mentorin und gibt Haitham Al-Khatib aus Palästina einen Einblick in die kommunale Politik.

„Trotz vieler beruflicher und dienstlicher Verpflichtungen habe ich mich dazu entschlossen, auch an diesem Projekt aktiv teilzunehmen. Für mich ist echte Integration, wenn zu den grundsätzlichen Fragen des Ankommens und Zurechtfindendes, des Erlernens der deutschen Sprache auch eine politische Partizipation stattfindet, damit sich Migranten mit Bleibeperspektive in den kommunalpolitischen Prozess mit einbringen können“, sagt Schleswigs Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen.

In den kommenden vier Monaten werden sich die 16 Mentor*innen und 22 Mentees regelmäßig sehen und an Netzwerktreffen und Seminaren teilnehmen. Ein „lebendiges und beispielgebendes Projekt“, ist der stellvertretende Landrat Walter Behrens überzeugt.

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