Projekt "Landgewinn" geht in die nächste Runde: Teilnehmer*innen gesucht

Mentoring-Programm der AWO bringt Migranten*innen, Geflüchtete und Kommunalpolitiker*innen im Kreis Schleswig/Flensburg zusammen

Partizipation und Teilhabegerechtigkeit sind Markenzeichen der AWO Schleswig-Holstein und die Grundlage für eine gesunde und funktionierende Demokratie. Um auch Migranten*innen und Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, am politischen System in Schleswig-Holstein teilzuhaben, rief die AWO Schleswig-Holstein ein Mentoring-Programm im Rahmen des Partizipationsprojekts "Landgewinn" ins Leben. Nach einem erfolgreichen Auftakt des Projekts im März dieses Jahres im Kreis Nordfriesland startet "Landgewinn" jetzt auch im Kreis Schleswig/Flensburg. Die Auftaktveranstaltung ist für den 22. August 2018 in Schleswig geplant.

Landgewinn13 6 2018

Foto: Kathrin Mansfeld, AWO Pressesprecherin


"Ziel der AWO Schleswig-Holstein ist es, Zugewanderte dabei zu unterstützen, sich selbstständig und aktiv in gesellschaftliche und politische Beteiligungsprozesse einzubringen", sagt AWO-Interkulturell-Leiter Michael Treiber. Um dies zu erreichen, hat die AWO das Mentoring-Programm ins Leben gerufen, das eine viermonatige Partnerschaft zwischen Migrant*in und Kommunalpolitiker*in vorsieht. Während dieser Zeit bringen die Kommunalpolitiker*innen den teilnehmenden Migranten*innen ganz individuell ihren politischen Alltag näher.


Erste Mentoring-Paare haben sich bereits gefunden

Bereits bei der Infoveranstaltung Anfang Mai mit Sylke Willig (Bildungs-Koordinatorin für Neuzugewanderte) und Dagmar Kistner (Koordinierungsstelle zur Integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen) vom Kreis Schleswig/Flensburg fanden sich erste Mentoring-Paare. So wird der Bürgermeister von Schleswig, Dr. Arthur Christiansen, ab August von dem Syrer Mahmoud Abbas begleitet, der seit drei Jahren in Deutschland lebt. Auch Karin Carstensen, die Bürgermeisterin von Hörup, wird Mentorin und gibt  Haitham Al-Khatib aus Palästina einen Einblick in die kommunale Politik.


"Trotz vieler beruflicher und dienstlicher Verpflichtungen habe ich mich dazu entschlossen, auch an diesem Projekt aktiv teilzunehmen. Für mich ist echte Integration, wenn zu den grundsätzlichen Fragen des Ankommens und Zurechtfindendes, des Erlernens der deutschen Sprache auch eine politische Partizipation stattfindet, damit rasch mit Bleibeperspektive sich Migranten in den kommunalpolitscher Prozess mit einbringen können", sagt Schleswigs Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen.


Ab sofort können sich interessierte Kommunalpolitiker*innen und Migrant*innen  aus dem Kreis Schleswig/Flensburg für das Projekt bis Anfang August bei AWO-Projektkoordinator Saeed Hmeidan, Tel. 01520  68 95 655, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  anmelden.


Hintergrund

Unter der Schirmherrschaft des schleswig-holsteinischen Innenministers Hans-Joachim Grote stellt das Mentoring-Programm eine zentrale Methodik dar, in deren Rahmen Migranten*innen zivilgesellschaftliche Strukturen in ihrem Umfeld kennenlernen, einen Überblick über die Arbeit von Vereinen, Organisationen und politischen Parteien in ihrer Region erhalten und in Kontakt mit den Akteuren*innen dieser Institutionen kommen. Außerdem werden Begleitseminare für die Teilnehmer*innen des Mentoring-Programms veranstaltet, in denen sie mehr Wissen über das politische System Deutschlands sowie über das Zusammenleben und die politische Teilhabe in einer Demokratie erlangen.

Der Innovationsgehalt von "Landgewinn" ist hierbei die Konzentration auf die ländlichen Räume. Während bezüglich des Empowerments von Migranten*innen im Rahmen der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe in urbanen Räumen Modellprojekte existieren, ist das Thema in ländlichen Räumen nur marginal behandelt worden. Die AWO Schleswig-Holstein will das durch dieses Projekt ändern und auch Zugewanderten im ländlichen Raum Möglichkeiten der politischen Partizipation aufzeigen.

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