Eine starke Frau im Dauereinsatz für eine bessere Welt

AWO Schleswig-Holstein ehrt Gründerin bei Marie-Juchacz-Empfang am 15. März und verleiht erstmals Gertrud-Völcker-Verdienstmedaille in Neumünster
 
 
Neumünster. "Je mehr gute Taten wir zusammenbringen, umso besser wird die Welt", wusste bereits AWO-Gründerin Marie Juchacz. Auch bei der AWO Schleswig-Holstein sind es die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die durch ihre guten Taten die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen.

Jahresempfang

Foto: Frank Molter


Nach der Eröffnung des Abends durch den AWO-Landesvorsitzenden Wolfgang Baasch wird Frau Dr. Stefanie Elies einen Vortrag zum Thema „Noch ein Gender Gap? – Frauen engagieren sich anders“ halten. Als Leiterin des Referats Forum Politik und Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist sie zuständig für die Zentrale Genderkoordinierung der FES. Anschließend wird die Getrud-Völcker-Verdienstmedaille an drei Ehrenamtler*innen vergeben, die sich in besonderer Weise für die Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein eingesetzt haben. Zum Abschluss folgt ein gemeinsames Essen.

Die Gertrud-Völcker-Verdienstmedaille des Landesverbandes der Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein wurde im Jahr 2017 als Anerkennung besonderer Verdienste durch den Landesvorstand eingeführt. Sie wird mit dem diesjährigen zweiten Marie-Juchacz-Empfang erstmals verliehen. Zeichen der Ehrung sind eine Medaille und eine Ehrenurkunde, die künftig im Rahmen besonderer Veranstaltungen oder Feierlichkeiten durch den Landesvorsitzenden vergeben werden. Mit der Verleihung der Gertrud-Völcker-Medaille bedankt sich die AWO bei den Medaillenträger*innen für das langjährige Engagement und das Bekenntnis zu den Grundwerten der Arbeiterwohlfahrt.

Gertrud Völcker – Einsatz für Frauenrechte in Schleswig-Holstein

Gertrud Völcker war eine bedeutende Persönlichkeit der AWO Schleswig-Holstein und setzte sich bis zu ihrem Tod im April 1979 für Frauenrechte ein. Sie leitete gemeinsam mit ihrem Mann das Jugendheim der sozialistischen Arbeiterjugend im Kieler Werftpark bis zum Jahr 1933. Als Stadtverordnete wurde sie  zwischen den Jahren 1928 und 1933 mehrmals wegen Widerstandsarbeit von den Nationalsozialisten verhaftet. Nach dem Krieg war Getrud Völcker wieder aktiv im Kreisverband Kiel, leitete Frauengruppen und trieb maßgeblich die Wiedergründung der AWO in Kiel voran. Im Jahr 1971 erhielt Völcker die Marie-Juchacz-Plakette des AWO-Bundesverbandes. Heute ist eine Mutter-Kind-Klinik in Kellenhusen und eine Pflegeeinrichtung in Kiel-Gaarden nach ihr benannt.


Marie Juchacz - "Die Gegenwart an der Vergangenheit prüfen"

Die Frauenrechtlerin und Namensgeberin des Empfangs - Marie Juchacz – gründete im Jahr 1919 die AWO. Sie versuchte durch die Organisation von Nähstuben, Mittagstischen, Werkstätten und Beratungsstellen die Not der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg zu lindern. Sie mahnte, "immer wieder zurückzuschauen, die Gegenwart an der Vergangenheit zu prüfen und sich an dem, was daran gut war, neu zu orientieren." Juchacz wollte soziale Ungerechtigkeiten ausgleichen, um Teilhabe zu ermöglichen.

"Der Kampf für eine geschlechtergerechte Gesellschaft ist Teil der Geschichte der AWO", sagt der AWO-Landesvorsitzende Wolfgang Baasch. Denn als Marie Juchacz begann, sich für politische Fragen zu interessieren, war Frauen die Mitgliedschaft in einer Partei verboten - so trafen sie sich in sogenannten Frauenbildungsvereinen. Kaum wurde das Verbot aufgehoben, trat die Brandenburgerin in die SPD ein und setzte sich für das Frauenwahlrecht ein. Nachdem dieses durchgesetzt war, sprach sie 1919 als erste weibliche Abgeordnete vor dem deutschen Parlament.

"Seitdem hat die Frauenbewegung weltweit viel verändert, dennoch sind die Forderungen nach einem selbstbestimmten, gewaltfreien und ökonomisch abgesicherten Leben für viele Frauen auch heute noch nicht selbstverständlich", sagt Wolfgang Baasch. Daran will die AWO Schleswig-Holstein auch mit ihrem diesjährigen Jahresempfang erinnern.

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