Demokratie braucht Teilhabe

AWO Schleswig-Holstein feierte 1 Jahr Partizipationsgremien mit Innenminister Studt

Kiel. Demokratie braucht die Menschen, die in ihr leben. Denn Politik heißt aktive Teilnahme an der Gestaltung des Zusammenlebens. Und Integration bedeutet in diesem Sinne auch die gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen. Die Servicestelle für Partizipationsgremien der AWO Schleswig-Holstein leistet einen wichtigen Beitrag diese Teilhabe landesweit voranzutreiben. "Integration kann nur gemeinsam gelingen", sagte Innenminister Stefan Studt, zugleich Schirmherr der Veranstaltung: "Die Servicestelle für Partizipationsgremien der AWO leistet hier wertvolle Arbeit. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken." Mit prominent besetzten Podiumsdiskussionen und Vorträgen feierte die Servicestelle gestern im Landeshaus ihr einjähriges Bestehen.

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Die migrationspolitischen Sprecherinnen von SPD Serpil Midyatli und Bündnis 90/Die Grünen Eka von Kalben
haben als Mentorinnen zwei Migrant*innen einen besonderen Einblick in die Politik gewährt.
Auch das Mentoringprogramm wird über die AWO-Servicestelle von Nadine Kühl und Stefan Klotz betreut.
Foto Eisenkrätzer

Mentoringprogramm bringt Zugewanderte und Politiker*innen zusammen
Innenminister Studt unterstrich in seinem Grußwort den Netzwerkcharakter der Einrichtung: „Die Servicestelle initiiert neue Partizipationsgremien, unterstützt die bestehenden Gremien und die Kommunen und hilft dabei, dass Zugewanderte in ganz Schleswig-Holstein die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzuhaben. Das ist die Basis für das Gelingen von Integration.“  

Eine demokratische Grundhaltung ermöglicht schließlich so viel wie sie fordert. "Demokratie bedeutet das Selbstverständnis, gleichberechtigt mitsprechen zu dürfen", sagt AWO-Landesvorsitzender Wolfgang Baasch. „Den Mut, vermeintliche Alternativlosigkeit in Frage zu stellen, und den Willen, die Gesellschaft solidarisch zu gestalten.“ Um Menschen mit Migrationshintergrund direkte politische Partizipation zu ermöglichen, wurde Ende 2015 die Servicestelle für Partizipationsgremien der AWO gegründet. Sie unterstützt die bestehenden Migrationsforen in ihrer Arbeit und hilft bei der Errichtung neuer Teilhabestrukturen. Neben dieser strukturfördernden Arbeit haben die Projektkoordinator*innen Stefan Klotz und Nadine Kühl im vergangenen Jahr erfolgreich das politische Mentoringprogramm an den Start gebracht. Es bringt Kommunalpolitiker*innen und Zugewanderte zusammen und fördert so die individuelle Teilhabe. "Die Resonanz ist überaus positiv", sagt AWO-Geschäftsführer Michael Selck. "Wir freuen uns, interessierten Migrant*innen einen einmaligen Blick durchs Schlüsselloch auf die Politik des Landes zu gewähren." Mehr als 30 Paare haben bereits an dem Programm teilgenommen.

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Innenminister und Schirmherr der AWO Servicestelle für Partizipationsgremien Stefan Studt im Gespräch
mit Ahmadwalid Ziaye aus Afghanistan und Shaza Alrajole aus Syrien,
die beide am Mentoringprogramm der AWO Schleswig-Holstein teilnehmen. Foto Eisenkrätzer

Politische Teilhabe in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft
Anlässlich des einjährigen Bestehens der Servicestelle haben Klotz und Kühl gestern Bilanz gezogen und gemeinsam mit integrationspolitischen Akteuren die Zukunft politischer Teilhabe auf kommunaler und auf Landesebene in den Blick genommen.

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Shaza Alrajole (19) ist seit einem Jahr in Deutschland und absolvierte momentan einen Deutschkurs. Foto Eisenkrätzer


Die Landtagspolitiker*innen haben in einer Podiumsdiskussion auf Landesebene u.a. die Konzepte der Parteien zur Landtagswahl zum Thema Teilhabe vorgestellt. Mit dabei waren Eka von Kalben (Bündnis 90/Die Grünen), Serpil Midyatli (SPD), Katja Rathje-Hoffmann (CDU), Flemming Meyer (SSW), Anita Klahn (FDP), sowie Wolfgang Dudda (PIRATEN). In der zweiten Podiumsdiskussion diskutierte Innenminister Stefan Studt mit kommunalen Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft das Thema der politischen Teilhabe von Zugewanderten. Zu Wort kamen hier Personen, die als Vorsitzende (Natali Schnar, Neumünster; Babara Winkler, Flensburg) oder Geschäftsführerin (Birgit Lawrenz, Kiel) von bereits bestehenden Partizipationsgremien die Interessen von Zugewanderten in den jeweiligen Städten vertreten. Hermann-Josef Thoben, Vorsitzender der Akademie  für die ländlichen Räume SH e.V., lobte die weit verbreitete "Eins-zu-eins-Betreuung" von Flüchtlingen in den Dörfern. "Im Land gibt es viele Ehrenamtliche, und ich kenne Bürgermeister, die gerne noch mehr Migrant*innen in den ländlichen Raum holen möchten." Dort wo Vertrauen und Verstehen so funktioniere, könne man von einer gelungenen Integration sprechen. Birgit Lawrenz vom Referat für Migration der Landeshauptstadt Kiel lobte die neue Servicestelle der AWO: "Genau diese landesweite Vernetzung hat uns jahrelang gefehlt, wir brauchen aber solche Treffen zum gegenseitigen Austausch und Lernen." Moderiert wurden beide Podiumsdiskussionen von Michail Paweletz vom NDR.

Das AWO Mentoringprogramm in Schleswig-Holstein ist derzeit auf drei Jahre angelegt. Bis Ende dieses Jahres gibt es eine Förderung des Landesministeriums für Inneres und Bundesangelegenheiten.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Stefan Klotz oder Nadine Kühl, Servicestelle Partizipationsgremien,
Tel. +49 431 20 50 95 63 64, Mobil.  +49 171-56 72 199  +49 151  67 32 39 10,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.awo-sh.de/de/migration/landesweite-projekte/item/3360-servicestelle-fuer-die-partizipationsgremien-in-schleswig-holstein.html

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"Teilhabe ist für mich, dass ich mein eigenes Leben kontrollieren und gestalten kann", sagt Mentee Khaled Hasso (23) aus Syrien.
"Jeder hat das Recht in der Demokratie mitzumachen und ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt." Foto Eisenkrätzer

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