AWO bildet erfolgreich interkulturelle Gesundheitsmediator*innen aus


Sozialstaatssekretär Dr. Matthias Badenhop übergibt Zertifikate an Teilnehmer*innen aus Schleswig-Holstein im Kieler Sozialministerium

Lotsen8

©AWO-SH

Gesundheit ist mehr als eine Frage des Glücks, der Gene und des gesunden Essens. Sie ist für viele eine Frage der Möglichkeiten und des Zugangs zum Gesundheitssystem. Aus diesem Grund hat die AWO Schleswig-Holstein als Kooperationspartner des Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. auch in diesem Jahr eine Schulung für interkulturelle Gesundheitsmediator*innen angeboten. Migrant*innen mit guten Kenntnissen in der eigenen und der deutschen Sprache werden in 50 Unterrichtsstunden zu Gesundheitslots*innen für ihre Landsleute ausgebildet.
Sozialstaatssekretär Dr. Matthias Badenhop übergibt Zertifikate


Den diesjährigen Absolvent*innen überreichte Schleswig-Holsteins Sozialstaatssekretär Dr. Matthias Badenhop am Mittwoch in einem feierlichen Rahmen im Kieler Sozialministerium das offizielle Zertifikat und betonte: „Wertvolles Wissen zum gesundheitsförderlichen Verhalten mit Migranten anderen Migranten zu vermitteln, ist ein überzeugendes Konzept. Das Projekt stärkt bei den Beteiligten die Eigenverantwortung und das Bewusstsein für die Gesundheit. Damit tragen die ausgebildeten Lotsinnen und Lotsen aktiv zu einer wirkungsvollen Gesundheitsförderung  bei. Für das große Engagement gilt Ihnen  mein herzlicher Dank!“

Seit dem Jahr 2007 steht das MiMi-Projekt, „Mit Migranten für Migranten – interkulturelle Gesundheitsmediatoren in Schleswig-Holstein“, für Gesundheitsförderung und Prävention. Ziel des Projektes ist es, bei Migrant*innen die Eigenverantwortung für Gesundheit und Prävention zu stärken und langfristig die vorhandenen Ungleichheiten bei Zugang zum Gesundheitssystem abzubauen. "Es gibt verschiedene Gründe, warum Migrant*innen Gesundheits-versorgungsleistungen in Deutschland oft nicht wahrnehmen. Wir wollen Migrant*innen den Zugang zu den Diensten und Angeboten des deutschen Gesundheitssystems erleichtern", sagt AWO-Landesgeschäftsführer Michael Selck. Nach Beendigung der Schulungen informieren die interkulturellen Gesundheitslots*innen Migrant*innen niedrigschwellig und in der jeweiligen Herkunftssprache über verschiedene Gesundheitsthemen.

1080 Veranstaltungen in 30 Städten
Im Jahr 2017 wurden landesweit zehn Gesundheitslotsinnen und zehn Gesundheitslotsen aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Libanon, Marokko, Moldawien, Senegal, Syrien und Tunesien ausgebildet, die insgesamt 13 Sprachen beherrschen. Thematischer Schwerpunkt der Schulung war „Müttergesundheit“. Die Absolvent*innen kommen aus zwölf unterschiedlichen Städten bzw. Kreisen in Schleswig-Holstein (Bad Bramstedt, Barsbüttel, Eutin, Flensburg, Geesthacht, Glücksstadt, Itzehoe, Kiel, Lübeck, Norderstedt, Neumünster). Das Projekt startete erstmals im April 2007 in Lübeck, Kiel und Neumünster, im Jahr 2013 kam der Standort Elmshorn dazu. Bislang haben die Gesundheitsmediator*innen in Schleswig-Holstein über 1080 muttersprachliche Informationsveranstaltungen in 30 Städten zu Gesundheit und Prävention durchgeführt und dadurch über 13.198 Migrant*innen aus 113 Herkunftsländern erreicht.

Gefördert wird MiMi mit Mitteln des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren. Weitere Förderung kommt von der MSD SHARP & DOHME GmbH. Unterstützer sind die Ärztekammer Schleswig-Holstein und  der Arbeitskreis Migration und Gesundheit Schleswig-Holstein. MiMi ist ein bundesweites Gesundheitsprojekt, aktuell ist es in zehn Bundesländern (Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg Niedersachsen, Hessen Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen), aber auch in Österreich (Standorte Wien und Linz) verankert.

Gruppenfoto

©AWO-SH