Landtagspräsident Klaus Schlie besucht mit österreichischer Amtskollegin die AWO-Demokratie-Kita „Drachennest I“ in Lübeck

Rundgang Kita Drachennest

Gemeinsamer Rundgang und Vorstellung des Partizipationsprojekts

Lübeck. Partizipation fängt bei den Kleinsten an: Seit dem vergangenen Jahr setzt die AWO Schleswig-Holstein auf das bundesweit einmalige Modell-Projekt der Demokratie-Kitas, um die Partizipation von Kindern zu stärken und nachhaltig zu verankern. Um dieses Konzept der AWO-Demokratie-Kitas kennenzulernen und sich einen Eindruck vom Kita-Parlament zu machen, besuchten am Donnerstag der schleswig-holsteinische Landtagspräsident Klaus Schlie gemeinsam mit der österreichischen Landtagspräsidentin aus der Steiermark, Dr. Bettina Vollath, die Kita „Drachennest I“ in Lübeck. Zusammen mit Kita-Leiterin Janiene Gursupp wurde bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Einrichtung das Kita-Parlament vorgestellt und an einer Sitzung teilgenommen.

„Das kann man nicht früh genug lernen“

Landtagspräsident Klaus Schlie zeigte sich begeistert von dem Partizipationsprojekt: „Partizipation ist der wesentliche Kern der Demokratie – das kann man nicht früh genug lernen. Demokratie lebt vom Mitmachen, und wenn Kinder das schon in der Kita auf so spielerische und erfolgreiche Weise selbst erfahren können, stimmt mich das sehr optimistisch.“ Seine Begleitung - die steirische Landtagspräsidentin - reiste in dieser Woche mit einer Delegation zu einem parlamentarischen Austausch nach Schleswig-Holstein. Auf der Agenda stehen unter anderem die Bereiche Sozial- und Arbeitsmarktpolitik sowie die Themen Demokratie und Menschenrechte. Die Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und der Steiermark besteht seit mehreren Jahren und verfestigte sich bei der zweijährlichen deutsch-österreichischen Konferenz der Landtagspräsidenten.

Kita-Demo

Kita-Demo-Raum

Als achte AWO-Kita wurde das „Drachennest I“ zu Beginn dieses Jahres vom Institut für Partizipation und Bildung als Demokratie-Kita zertifiziert. Die tragenden Säulen der Demokratie-Kitas sind eine Kita-Verfassung und ein Beteiligungsprojekt, das gemeinsam mit Fachkräften entwickelt wird. Der AWO-Landesvorsitzende Wolfgang Baasch betont: „Partizipation und Teilhabegerechtigkeit sind Markenzeichen der AWO. Mit den Demokratie-Kitas leistet die AWO ihren Beitrag, Demokratie, Teilhabe und Chancengleichheit bereits den Jüngsten weiterzugeben und zu vermitteln. Schließlich wollen wir starke und mündige Kinder. Das ist das Beste, was uns als Gesellschaft passieren kann.“

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Hintergrund
Partizipation ist ein Kinderrecht nach der UN-Kinderrechtskonvention und seit 2012 in Deutschland eine Voraussetzung für die Betriebserlaubnis einer Kindertageseinrichtung. Die AWO Schleswig-Holstein hat mit ihrem Modellprojekt „AWO Kitas auf dem Weg zur Partizipationskita“ in den vergangenen Jahren ein Qualitätsentwicklungsverfahren initiiert, wie Kitas eines Trägers zur Demokratie-Kita zertifiziert werden können. Um das Konzept der „Kinderstube der Demokratie“ des Instituts für Partizipation und Bildung in die Breite der Kindertagesstätten zu bringen, wurden seit 2006 pädagogische Fachkräfte für Partizipation in Kitas ausgebildet. Nur so konnte das Verfahren innerhalb eines großen Trägers auch eingeführt werden. Bis 2020 werden alle Kindertagesstätten der AWO Schleswig-Holstein als Demokratie-Kita nach dem Konzept „Die Kinderstube der Demokratie“ des Instituts für Partizipation und Bildung in Kiel (IPB) anerkannt sein. Das Projekt wird unterstützt vom Land, der Aktion Mensch sowie der Robert-Bosch-Stiftung und in Kooperation mit der Caritas und dem Deutschen Kinderschutzbund durchgeführt.

 

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