Treffen der AWO Landes- und Bezirksvorsitzenden

Aktuelle Entwicklungen in der Politik und der bundesweite Austausch der Arbeit der AWO waren Themen des Treffens der AWO Landes- und Bezirksvorsitzenden aus ganz Deutschland vom 20.-21. April 2018 in Lübeck, zu dem der AWO Landesvorsitzende Wolfgang Baasch aus Schleswig-Holstein eingeladen hatte.

Wilhelm Schmidt Wolfgang Baasch Ralf Stegner Wolfgang Stadler Michael Selck

Wilhelm Schmidt, Wolfgang Baasch, Ralf Stegner, Wolfgang Stadler, Michael Selck (© AWO-SH)

Der AWO Bundesverband, vertreten durch Wilhelm Schmidt, Vorsitzender des AWO Präsidiums und Wolfang Stadler, Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverbandes, berichtete über seine Arbeit auf Bundesebene und gab Freiraum für die Diskussion zu Themen wie eine eigenständige Kindergrundsicherung sowie der verstärkte Handlungsbedarf in der Pflege. Dabei ging es primär um den steigenden Bedarf an Personal, die Refinanzierung von Tariflöhnen und die Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe verbunden mit der Frage „Was ist unserer Gesellschaft die Pflege in Zukunft wert?“

Auch die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der ausgehandelte Familiennachzug in der Flüchtlingspolitik waren Themen, aber auch die grundsätzliche Fragestellung „Wie kann ein Sozialstaat gestaltet werden, der sich solidarisch entwickelt und was ist eigentlich gute Arbeit?“, wurden diskutiert.

Für regen Austausch sorgte der Einblick von Ralf Stegner, SPD Landesvorsitzender Schleswig-Holstein und stellv. Bundesvorsitzende, in die vergangenen Koalitionsverhandlungen und den damit verbundenen politischen Herausforderungen der SPD auf Bundesebene. Die Teilnehmenden hatten klare Forderungen an die Politik, die sie Stegner mitgaben, wie die Einbindung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt, Verbesserungen der Bedingungen für Alleinerziehende und die bessere Einbindung von Menschen mit Behinderung in unsere Gesellschaft, die – so der Konsens der Teilnehmenden - mit Mut, Kreativität und Nachdruck angegangen werden müssen.

Daran schloss sich ein Austausch zum aktuellen Stand der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in den einzelnen Bundesländern an. Nachdem das Bundesteilhabegesetz bereits von vier Bundesländern umgesetzt wurde, steckt Niedersachsen mitten in der Entwicklung eines Umsetzungsgesetzes, das in Schleswig-Holstein in Form des Teilhabestärkungsgesetzes im vergangenen Jahr bereits verabschiedet wurde. An dieser Stelle entstand bei den Teilnehmenden Interesse an einem AWO Fachtag zum Thema Inklusion und Arbeitsmarkt, bei dem die Rolle der Werkstätten für Menschen mit Behinderung eingehend beleuchtet und diskutiert werden könnte.

Der Lübecker Bürgermeister Hans-Bernhard Saxe persönlich bot den Gästen zum Ausklang des ersten Tages einen historischen Exkurs über die Hansestadt bei Rotspon und Lübecker Marzipan im Rathaus.

Die abschließende Präsentation des Landesgeschäftsführers der AWO Schleswig-Holstein, Michael Selck, am zweiten Tag über die Demokratie-Kitas, die bereits mehrfach ausgezeichnet worden sind, stieß auf großes Interesse. Ausgangspunkt und Grundlage für die „Demokratie-Kita“ sind die hohen Qualitätsstandards für die Beteiligung von Kindern in Kindertagesstätten, die vom Kieler Institut für Partizipation und Bildung im Rahmen des Konzeptes „Kinderstube der Demokratie“ in Schleswig-Holstein entwickelt wurden. Die partizipative Ausrichtung, wie sie in den Kitas der AWO praktiziert wird, beschreibt das Verhältnis zwischen Kindern und Fachkräften neu, ohne dabei die Profile der Kitas wie in Frage zu stellen.

Das nächste Treffen der AWO Landes- und Bezirksvorsitzenden findet vom 26.-27. Oktober 2018 in Niedersachsen statt.

Michael Selck Hans Bernhard Saxe Wolfgang Baasch Wilhelm Schmidt

 Empfang im Lübecker Rathaus bei Bürgermeister Hans-Bernhard Saxe (© AWO-SH)

Alle Teilnehmenden

Alle Teilnehmenden (© AWO-SH)