Politische Partizipation auf dem Land steht im Fokus


Mentoring-Programm der AWO Schleswig-Holstein bringt Migranten*innen, Geflüchtete und Kommunalpolitiker*innen im Projekt "Landgewinn" zusammen

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Partizipation und Teilhabegerechtigkeit sind Markenzeichen der AWO Schleswig-Holstein und die Grundlage für eine gesunde und funktionierende Demokratie. Um auch Migranten*innen und Geflüchteten im ländlichen Raum die Möglichkeit zu geben, am politischen System in Schleswig-Holstein teilzuhaben, startete die AWO Schleswig-Holstein am Montag bei einer feierlichen Auftaktveranstaltung mit Innenstaatssekretär Torsten Geerdts, dem  stellvertretenden Landrat des Kreises Nordfriesland, Carsten F. Sörensen, und dem Leiter von AWO-Interkulturell, Michael Treiber, ein Mentoring-Programm im Rahmen des Partizipationsprojekts "Landgewinn".

Radio-Beitrag vom NDR zum Auftakt von „Landgewinn“

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"Heimisch werden" hat viele Facetten. Es geht nicht nur darum, die Sprache zu lernen oder Arbeit zu finden. Es geht auch darum, dass man die Möglichkeit hat, sich in seinem Umfeld einzubringen. "Heimisch werden" heißt auch, im Austausch mit anderen zu stehen und aktiv die Geschicke vor Ort mitzubestimmen. Sich als wertvoller Teil einer Gemeinde zu fühlen, dazuzugehören und gehört werden. Damit Integration, also das Ankommen in der neuen Heimat, wirklich gelingen kann, brauchen wir die Initiative und das Engagement von Menschen, die sich für gelebte Vielfalt einsetzen. Dafür steht dieses Projekt, und dafür stehen die Mentee und Mentoren, die dieses Projekt gemeinsam gestalten", betont Innenstaatssekretär Torsten Geerdts.

Ein besonderer Einblick in die Politik

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Unter der Schirmherrschaft des schleswig-holsteinischen Innenministers Hans-Joachim Grote stellt das Mentoring-Programm eine zentrale Methodik dar, in deren Rahmen Migranten*innen zivilgesellschaftliche Strukturen in ihrem Umfeld kennenlernen, einen Überblick über die Arbeit von Vereinen, Organisationen und politischen Parteien in ihrer Region erhalten und in Kontakt mit den Akteuren*innen dieser Institutionen kommen. Außerdem werden Begleitseminare für die Teilnehmer*innen des Mentoring-Programms veranstaltet, in denen sie mehr Wissen über das politische System Deutschlands sowie über das Zusammenleben und die politische Teilhabe in einer Demokratie erlangen.

"Demokratie bedeutet, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen und sich Gehör zu verschaffen. Durch den Start des AWO-Projekts "Landgewinn" können nun auch Geflüchtete und Migranten viel einfacher das politische Tagesgeschäft und die Möglichkeiten der politischen Teilhabe im Kreis Nordfriesland kennenlernen. Wir wünschen allen Teilnehmenden viele interessante Erfahrungen und sind gespannt auf das Ergebnis", sagt Carsten F. Sörensen, stellvertretender Landrat des Kreises Nordfriesland.

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Das Besondere bei "Landgewinn" ist die Konzentration auf die ländlichen Räume. Während in urbaner Umgebung viele Modellprojekte bezüglich des Empowerments von Migranten*innen im Rahmen der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe existieren, ist das Thema in ländlichen Räumen nur marginal behandelt worden. Die AWO Schleswig-Holstein will das durch dieses Projekt ändern.

Die gleiche Chance für jeden Menschen

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"Ziel der AWO Schleswig-Holstein ist es, Zugewanderte dabei zu unterstützen, sich selbstständig und aktiv in gesellschaftliche und politische Beteiligungsprozesse einzubringen. Dabei geht es vor allem darum, jedem Menschen die gleichen Chancen zu eröffnen, sein Leben in Würde und Verantwortung frei zu gestalten und die Diskriminierung von Menschen zu verhindern", sagt AWO-Interkulturell-Leiter Michael Treiber.

Zum Abschluss des Abends wurden die einzelnen Mentoren-Paare zusammengestellt. Insgesamt begleiten 13 Migranten*innen aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und Eritrea,  elf Kommunalpolitikern*innen aus unterschiedlichen Parteien ein halbes Jahr lang bei ihrer alltäglichen politischen Arbeit. Teilnehmende Politiker sind: Andreas Brzoska (Grüne, Husum), Holger Delfs (Linke, Husum), Uwe Ehrich (SSW, Husum), Gary Fonck (SSW, Emmelsbüll-Horsbüll), Oliver Gantz (CDU, Husum), Anika Lorentzen (Grüne, Stadum), Hans-Martin Petersen (SPD, Leck), Britta Pohns (Grüne, Husum), Carsten F. Sörensen (SPD, Stedesand), Karl-Richard Nissen (WG,Sprakebüll) und Uwe Schwalm (Grüne, Tating).

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