Schürzen als gemeinsames Symbol und ihre Geschichten


„Gut verbunden und geschützt“: Servicehaus-Mieter*innen erzählen im AWO-Schürzenkalender 2018 von ihren persönlichen Erinnerungen rund um das Thema Schürzen

Im AWO Servicehaus Norderstedt suchte Leiterin Angela Forray-Freudenberg nach einem verbindendem Element und einem gemeinsamen Symbol für die 83 dort lebenden Seniorinnen und Senioren. Womit verknüpfen alle Mieter*innen eine Geschichte, eine Erinnerung? Es war die Schürze. Ob blau kariert, rot gepunktet, bunt bestickt oder schlicht weiß: Schürzen gibt es in allen erdenklichen Farben und Formen und sie kommen noch heute oft zum Einsatz. Als alltägliches Kleidungsstück schlägt die Schürze eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und verbindet gleichzeitig die vielen Lebensgeschichten der Mieterinnen und Mieter im AWO-Servicehaus Norderstedt. Der Schürzenkalender 2018 „Gut verbunden und geschützt“ der AWO Pflege Schleswig-Holstein zum 25-jährigen Jubiläum der Einrichtung in Norderstedt, erzählt viele dieser persönlichen Erinnerungen und bringt die Verbundenheit im Leben unter dem Dach der AWO zum Ausdruck.

AWO Schuerzenkalender2018

Auf dem Land wurde, je nach Tätigkeit und sozialer Situation, die Schürze oft gewechselt. So nahm sie lange Zeit eine besondere Rolle im alltäglichen und sozialen Leben ein. Auch in der Pflege zählt die Schürze bis heute zur Berufskleidung. So erinnert sich auch Krankenpflegerin Heidi Lohmann in dem Schürzenkalender 2018 noch an ihre Arbeitsschürze zu Beginn ihrer Ausbildung in den frühen achtziger Jahren: „Zu dieser Zeit trug man noch eine Schwesterntracht. Das hieß: weißer Kittel, weiße Schürze, weiße Haube und weiße Schuhe. Früher diente die Schürze als Kleiderschutz für den Kittel.“

Doch die Geschichte der Schürze begann lange vor den achtziger Jahren. Die ersten Schürzen gab es bereits im 15. Jahrhundert. Zur Alltagskleidung aller gesellschaftlichen Schichten gehörte sie sogar bis in das 19. Jahrhundert hinein.

Auch Servicehaus-Mieterin Ingrid Lantzsch erinnert sich noch gerne an ihre grüne Garten-Schürze, die mit Sonnenblumen bestickt war. „Eines Tages stand ich mit der Schürze im Garten, als ein Schmetterling angeflogen kam und sich auf eine dieser Sonnenblume setzte. Ich hielt ganz still und betrachtete fasziniert die wunderschönen Farben des Schmetterlings und seine zerbrechlichen Flügel“, erzählt sie.

Einen ganz besonderen Wert hatte eine weiße Arbeitsschürze für die damals angehende Friseurin Margot von Spreckelsen. „Ich war froh, dass ich überhaupt eine bekommen hatte – es war im Jahr 1948. Der Kittel hatte schöne große Taschen, in die alles herein kam: Kamm, Schere, Wickler und Haarklemmen“, sagt die heutige Mieterin des AWO-Servicehauses Norderstedt.

„Wir trugen meist eine Schürze und kurze Gummistiefel“

Servicehaus-Mieter Winfried Gietz hatte eine ganz spezielle Schürze. Zwischen den Jahren 1957 und 1975 ist er zur See gefahren. Beim Fischen gehörte eine Schürze einfach dazu. „Wenn wir unter Deck arbeiten mussten, trugen wir meist eine Schürze und kurze Gummistiefel. Die Fische wurden dann geschlachtet, ausgenommen, filetiert, verpackt und gefrostet. Meistens fischten wir zehn Tage lang, dann fuhr man wieder für sieben Tage zurück.“

So unterschiedlich die persönlichen Geschichte, so bunt der Kalender: Monat für Monat finden sich im AWO-Schürzenkalender 2018 interessante und ganz unterschiedliche Erinnerungen rund um das gemeinsame Symbol der Schürze. Frauen sowie Männer berichten auch in dem Kalenderbeiheft von ihren Geschichten und Erlebnissen. Noch sind einige der Kalenderbeihefte für eine Schutzgebühr von fünf Euro erhältlich.