Gemeinsam gegen die Sucht

Seit zehn Jahren arbeiten alle Lübecker Suchthilfe-Träger erfolgreich zusammen

Lübeck, 8. November 2017. Nach dem Motto „Kooperieren statt konkurrieren“ schlossen sich vor zehn Jahren alle Lübecker Träger von Suchthilfe-Angeboten zusammen, um gemeinsam die Betreuung suchtkranker Menschen und derer Angehörigen zu verbessern. „Eine solche Zusammenarbeit verschiedener Träger ist in Schleswig-Holstein, vielleicht sogar bundesweit einmalig“, sagt Friedemann Ulrich, Leiter der Suchthilfe der Vorwerker Diakonie und Vorsitzender des Vereins LKS (Lübecker Koordination für Suchtfragen). „Wir kooperieren zudem eng mit der Stadt – alles mit dem Ziel, suchtkranken Menschen grundlegend zu helfen.“

VD Vorstand LKS Internet

Als Verein „LKS – Lübecker Koordination für Suchtfragen“ führen die acht beteiligten Träger von Suchthilfe-Einrichtungen seitdem verschiedene Projekte rund um das Thema Sucht durch. „Wir haben zum Beispiel eine Broschüre für die Sucht-Selbsthilfe und eine Homepage entwickelt, worüber suchtkranke Menschen, ihre Angehörigen wie auch professionelle Kräfte ohne Umwege das passende Unterstützungsangebot finden können“, so Ulrich. „Außerdem haben wir unter anderem eine Gruppe für Kinder suchtkranker Eltern initiiert, kooperieren mit Kindertagesstätten und Grundschulen, um Erzieher und Erzieherinnen im Umgang mit Familien bei auffälligem Alkoholkonsum der Eltern zu schulen und konnten für Lübeck die rasche Überleitung von Patienten in die stationäre Therapie deutlich verbessern.“ Auch Betrieben steht der Verein mittels Beratung und Coaching zur Seite.

Durch seine Arbeit trägt der Verein LKS auch dazu bei, dass das Thema Sucht verstärkt in die Öffentlichkeit getragen wird. „Leider ist eine Suchtmittelabhängigkeit häufig ein Tabu-Thema – gerade eine Alkoholsucht wird oft nicht direkt angesprochen“, sagt Dr. Markus Weber, Chefarzt der Median Klinik und Vorstandsmitglied LKS. „Eines unserer Ziele ist deshalb auch, mit unseren Aktionen die Bevölkerung zu erreichen, zu informieren und die öffentliche Diskussion über Fragen der Sucht zu fördern.“ Die LKS-Mitglieder sind dabei nicht nur untereinander vernetzt, sondern kooperieren auch mit verwandten Organisationen sowie der Kommune. „Die Hansestadt Lübeck stellt uns sogar eine Geschäftsführung“, ergänzt Karin Mechnich, AWO Drogenhilfe und drittes Vorstandsmitglied im LKS. „Wir haben mit der LKS wirklich ein erfolgreiches Modell für konstruktives, fachliches Zusammenwirken verschiedener Einrichtungen geschaffen. So können wir für suchtkranke Menschen in der Region Lübeck auch in Zukunft viel bewegen.“

Weitere Informationen unter www.luebecker-koordination-fuer-suchtfragen.org