AWO Denkmal für Marie Juchacz feierlich enthüllt

SPD-Kanzlerkandidat Schulz würdigt die „große Kämpferin für Gerechtigkeit“

Berlin. Ihr Wirken hat die deutsche Geschichte verändert: Marie Juchacz, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt und erste weibliche Rednerin im deutschen Parlament, hat in Berlin ein Denkmal bekommen. „Marie Juchacz war zu einer Zeit politisch hochengagiert, in der Frauen Politik gänzlich verboten war“, sagt AWO-Landesgeschäftsführer Michael Selck, „wir freuen uns, dass ihre Leistungen nun gewürdigt werden.“ Zur feierlichen Enthüllung des Denkmals des Berliner Grafikers Gerd Winner kamen am vergangenen Freitag viele rund 200 Gäste aus Politik und Wissenschaft.

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Der Künstler des Denkmals Gerd Winner (li.) mit der Urgroßnichte Marie Juchcaz‘ Lydia Struck und dem AWO-Präsidenten Wilhelm Schmidt.

Würde des Menschen immer im Mittelpunkt
SPD Kanzlerkandidat Martin Schulz würdigte Marie Juchacz in seiner Rede als „eine große Kämpferin für Gleichberechtigung, Solidarität und Gerechtigkeit“. Sie verdiene ein Denkmal für ihr Lebenswerk, das alle an ihren aufopferungsvollen Kampf erinnere: „Daran, dass die Würde des Menschen immer im Mittelpunkt unseres Handelns stehen muss. Daran, dass Frauen und Männer gleichberechtigt vor dem Gesetz sind und wir dafür sorgen müssen, dass sie es auch in der Praxis sind.“ AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler betrachtet den Handlungsauftrag von Marie Juchacz immer noch als hochaktuell: „Die AWO engagiert sich auch heute für eine für eine Politik, die die Interessen und Bedürfnisse von Familien in den Fokus rückt, für eine Gesellschaft, die solidarisch in Vielfalt zusammen lebt.“

Skulptur vereint Juchcaz‘ menschliches und politisches Streben
Der Künstler des Denkmals Gerd Winner beschreibt das Denkmal als Gedenkplatte, die aus zwei gestützten Dreiecken eine Mittelform mit dem Namen und Porträt der AWO-Gründerin tragen. Winner ist überzeugt: „Die Skulptur vereint die Begriffe des Sozialstaates und das Gedenken an Marie Juchacz.“ Wichtig war ihm, dass die Skulptur mit dem Boden verbunden ist, diese Erdverbundenheit hätte Juchacz ausgemacht. Das Denkmal steht am Mehringplatz in Berlin-Kreuzberg, an dem sich bis 1933 die Zentrale und die Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt (AWO) befanden. Das Denkmal wurde zu einem großen Teil aus Spenden finanziert.

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Ein Denkmal für die Gründerin der AWO Marie Juchacz: SPD-Kanzlerkandidat kam zur Feierlichen Enthüllung an den Mehringplatz. Foto Jule Roehr

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Ihr Lebenswerk steht für Gleichberechtigung, Solidarität und Gerechtigkeit: Die AWO-Gründerin Marie Juchacz hat nun ein Denkmal in Berlin. Fotos Jule Roehr