"Forschungsergebnisse sind ein Geschenk für Lauenburg"

Studierende entwickeln Ideen für eine alternsgerechte Quartiersentwicklung

Kiel/Lauenburg. Wie müssen Lebens- und Wohnräume gestaltet werden, um den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden? Dieser Frage war ein Lehrforschungsprojekt der Fachhochschule Lübeck im Sommersemester 2017 nachgegangen. Die Stadt Lauenburg und die AWO Pflege unterstützten die Studierenden bei dem Projekt, das darauf abzielte, im Rahmen der städtebaulichen Analyse  vorhandene Planungen aufzubereiten, die baulichen und sozialräumlichen Gegebenheiten zu analysieren und Gespräche mit Expert*innen vor Ort zu führen. Bürgermeister Andreas Thiede sprach bei der Präsentation der Ergebnisse von "einem Geschenk für die Stadt, nun liegt es an uns, das Geschenk auszupacken und für uns zu nutzen."

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Die Studierenden der FH Lübeck mit (von links) Silvia Hennig (Leiterin der AWO Pflege in Lauenburg), Siegfried Betge (Behindertenbeauftragter Stadt Lauenburg), Uwe Frensel (Vorsitzender des Sozialausschusses der Stadt Lauenburg), Anke Buhl (Referentin für Alten- und Pflegepolitik der AWO Schleswig-Holstein), Reinhard Nieberg (Bauamtsleiter der Stadt Lauenburg), Andreas Thiede (Bürgermeister der Stadt Lauenburg), Claudia Löding (Quartiersentwicklerin Lauenburg), Prof. Stephan Wehrig und Kathleen Schmidt (beide FH Lübeck).

Trennung von Unter- zur Oberstadt überwinden
Unter der Leitung von  Prof. Stephan Wehrig und Dipl.-Geografin Kathleen Schmidt hatten elf Masterstudierende aus den Bereichen Architektur, Städtebau und Ortsplanung zu den Themen Stadtgestalt, Bebauungs- und Freiraumstruktur, Verkehr und Erschließung, Versorgung und soziale und kulturelle Infrastruktur gearbeitet. Ende Juli wurden die Ergebnisse schließlich in der Lauenburger Begegnungsstätte BeLaMi präsentiert. Die Trennung von Unterstadt und Oberstadt war eine der zentralen Herausforderungen. "Momentan ist der Zugang zur Unterstadt nicht barrierefrei", sagt Lara Bohlmann. Hinsichtlich eines alternsgerechten Quartiers müsse daher eine Verbindung zwischen Ober- und Unterstadt geschaffen werden. "Mobilität ist im Alter für die Teilhabe an der Gesellschaft entscheidend. Wer mobil ist, kann seinen Alltag frei gestalten und seine Umgebung sowohl räumlich erfassen, als auch sozial", ergänzten Bettina Bastian und Nora Duwe. Insgesamt haben die Studierenden über 2.000 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt.

Auch die Quartiersentwicklerin der AWO Pflege Claudia Löding zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen: "Es ist aufregend, wie Außenstehende unsere Arbeit bewerten, und es waren einige Anregungen dabei, die ich gerne umsetzen möchte." Langfristig wird die AWO Pflege Schleswig-Holstein die Ergebnisse für einen Verlängerungsantrag des Quartiersprojekts in Lauenburg bei der Fernsehlotterie nutzen.

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Rainer Schmid (AWO Kreisverband Lauenburg) im Gespräch mit Lara Bohlmann: Ihre Ziele sind, Aufenthaltsqualität in der Oberstadt zu schaffen sowie Unterstadt und Oberstadt zu verbinden, indem Blickbeziehungen geschaffen und eine barrierefreie Verbindung mittels Lift, Shuttle oder Treppenanlage installiert wird. Fotos AWO

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