AWO stellt stationäre WOHNpflege am Sandberg ein und entwickelt Standort neu
Die stationäre WOHNpflege am Servicehaus Sandberg wird zu Ende Oktober eingestellt. Die AWO reagiert damit auf anhaltende wirtschaftliche und personelle Herausforderungen. In einem nächsten Schritt soll gemeinsam mit der Stadt Flensburg eine Neuausrichtung des Standorts geplant werden.
Die AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH schließt die stationäre WOHNpflege im Servicehaus Sandberg in Flensburg zum 31. Oktober 2026. Die ambulante Versorgung im Servicehaus ist von dieser Entscheidung nicht betroffen. Auch die begleitenden Angebote wie der Mittagstisch und die kulturellen Veranstaltungen im Stadtteilcafé finden unverändert statt.
Die Entscheidung, die stationäre WOHNpflege zu schließen, ist das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung der wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahren stand der Bereich vor erheblichen Herausforderungen. Dazu gehörten wiederholte Wechsel in der Leitung, ein anhaltender Fachkräftemangel, der sich aufgrund der Grenzlage zu Dänemark besonders bemerkbar macht, sowie eine überdurchschnittlich hohe Krankheitsquote in der Belegschaft. Um die Versorgung sicherzustellen, musste die AWO deshalb in großem Umfang auf Zeitarbeit zurückgreifen. Die hohen Kosten dafür verschärften die wirtschaftliche Situation zusätzlich.
Trotz vieler Bemühungen konnte die WOHNpflege nicht dauerhaft gesichert werden. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Gleichzeitig müssen wir wirtschaftlich verantwortlich handeln und den gesamten Standort langfristig stabilisieren. Die stationäre WOHNpflege in ihrer bisherigen Form weiterzuführen, ist unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragbar“, sagt Eva Flandermeier, Geschäftsführerin der AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH.
Für die derzeit 56 Bewohner*innen der WOHNpflege sucht die AWO bereits passende neue Pflegeplätze und steht dazu mit Einrichtungen in der Region in Kontakt. Gemeinsam mit den Angehörigen werden Lösungen gesucht, die zu den jeweiligen Bedürfnissen passen. Die Umzüge sollen frühzeitig geplant und so reibungslos wie möglich gestaltet werden.
Auch für die 71 Mitarbeitenden der WOHNpflege entwickelt die AWO gemeinsam mit den Beschäftigten Perspektiven für die weitere berufliche Zukunft. Dazu finden transparente Gespräche über die nächsten Schritte und mögliche Einsatzmöglichkeiten statt. Alle derzeitigen Auszubildenden am Standort können ihre Ausbildung im ambulanten Bereich am Sandberg beziehungsweise in den Außenhäusern fortsetzen.
„Uns ist wichtig, dass die Menschen, die heute bei uns leben und arbeiten, in dieser Veränderung nicht allein bleiben. Wir informieren frühzeitig, sprechen offen über die nächsten Schritte und suchen gemeinsam nach Lösungen“, sagt Katja Köppl, Einrichtungsleitung AWO Servicehaus Sandberg weiter.
Geplant ist, die stationäre WOHNpflege perspektivisch in ambulant betreute Wohnungen umzuwandeln. Vorgesehen sind Zwei-Zimmer-Wohnungen, in denen ältere Menschen selbstbestimmt leben und bei Bedarf ambulante Unterstützung erhalten können. Die AWO befindet sich dazu derzeit in der Konzeption und Planung und steht hierzu eng mit der Stadt Flensburg, der Flensburger Arbeiter-Bauverein eG (FAB) und der Selbsthilfe - Bauverein eG (SBV) im Austausch.
Die Schließung der WOHNpflege am Sandberg hat keinerlei Auswirkungen auf die Servicehäuser Fruerlund und Friesischer Berg und die dortigen stationären WOHNpflegen. Der Betrieb dort läuft unverändert weiter.
Kontakt:
Eva Flandermeier
Geschäftsführerin AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH
E-Mail: eva.flandermeier@awo-sh.de
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