AWO stärkt demokratische Haltung im Alltag

Beim AWO Fachtag „Wessen Stimme zählt? Demokratie zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ diskutieren Fachleute aus Politik und Wohlfahrt über den Umgang mit demokratiefeindlichen Entwicklungen und stärken die Argumentationsfähigkeit im Alltag.

Kiel | 27.Juli 2026 - Wie lässt sich Demokratie stärken, wenn gesellschaftliche Debatten zunehmend unter Druck geraten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Fachtag „Wessen Stimme zählt? Demokratie zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ des AWO Landesverbands Schleswig-Holstein e. V. am letzten Freitag.

Im Rahmen des 80. Jubiläums der Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände kamen Vertreter*innen aus Politik, Wohlfahrt und Zivilgesellschaft zusammen. Sie diskutierten über demokratische Teilhabe, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie den Umgang mit demokratiefeindlichen Entwicklungen.

„Demokratie lebt von den Menschen, die sie gestalten und das geschieht nicht nur in Parlamenten, Kreistagen und Gemeindevertretungen. Mit dem Fachtag wollen wir Mut machen, laut und deutlich für die Demokratie einzustehen“, erklärte Kai Bellstedt, stellvertretender Vorsitzender des AWO Präsidiums zur Eröffnung. Der Fachtag greift den zunehmenden Druck auf demokratische Grundwerte durch Rechtsextremismus und Rechtspopulismus auf und zeigt Wege auf, wie Menschen im Alltag Haltung zeigen können.

Iris Janßen (Geschäftsführerin Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holstein e.V.), Michael Selck (AWO Vorstandsvorsitzender), Johannes Albig (Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein), Kai Bellstedt (stellv. Präsidiumsvorsitzender des AWO Landesverbands) und Gesa Langfeldt (stellv. Präsidiumsvorsitzende des AWO Landesverbands)

Im eröffnenden Impulsvortrag präsentierte Torsten Nagel, Leiter der Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus (RBTs) in AWO-Trägerschaft, Wissenswertes über Meinungsfreiheit, Gestaltung von Rahmenbedingungen und was Demokratie aushalten muss. Wie im Alltag eine geschickte Antwort auf grenzüberschreitende Äußerungen gelingen kann, übten die Teilnehmenden in einem Kurz-Workshop. Im Polit-Talk diskutierten Johannes Albig, Staatssekretär im Sozialministerium, Michael Selck, AWO Vorstandsvorsitzender, Dr. Marie Wachinger, geschäftsführende Vorständin Allianz Rechtssicherheit für politische Willensbildung und eine RBT-Beraterin der AWO über das Neutralitätsgebot versus Werte und Haltung der AWO.

AWO und Rechtsextremismus sind unvereinbar. Es steht so in unserer Satzung und wir positionieren uns damit unmissverständlich nach außen und auch nach innen. Wir möchten den Blick mit diesem Fachtag und mit vielen weiteren Angeboten und Services jedoch weniger auf diejenigen richten, die die Demokratie gefährden. Wir wollen diejenigen stärken, die von der Demokratie als Garant für eine offene Gesellschaft überzeugt sind, erläuterte Michael Selck.

Johannes Albig, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, sagte: „Wir brauchen Menschen und Organisationen, die ihre Meinung äußern, das Handeln des Staates im Blick behalten und Haltung zeigen. Die Wohlfahrtsverbände setzen sich für einen starken Sozialstaat, für Teilhabe und Bildung ein. Das ist ein wichtiger Grundpfeiler unserer Demokratie und unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gemeinnützigkeit bedeutet parteipolitische Neutralität, aber nicht, keine Position beziehen zu dürfen – im Gegenteil. Gerade in der Jugendarbeit ist es wichtig, Offenheit und demokratische Werte zu vermitteln.“

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