AWO Innovationspreis 2026: Kreative Ideen für eine starke Zukunft ausgezeichnet

Mehr als 40 Projekte, mutige Ansätze und konkrete Lösungen für die Herausforderungen von morgen: Mit dem AWO Innovationspreis 2026 hat die AWO Schleswig-Holstein erneut Mitarbeitende ausgezeichnet, die mit ihren Ideen neue Wege in der sozialen Arbeit gehen. Insgesamt wurden 10.000 Euro Preisgeld an Projekte vergeben, die Menschen stärken, den Arbeitsalltag verbessern und die Zukunft sozialer Dienstleistungen aktiv mitgestalten.

Bereits zum vierten Mal wurde der Innovationspreis in der Landesgeschäftsstelle in Kiel verliehen. Über 40 Mitarbeitende und Teams aus Einrichtungen und Diensten der AWO Schleswig-Holstein reichten ihre Ideen und Projekte ein.

Die große Resonanz zeigt eindrucksvoll, wie viel Wissen, Erfahrung und Innovationskraft in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen der AWO steckt.

Ausgewählt durch eine unabhängige Jury

Aus allen Einreichungen wählte eine unabhängige Jury die zehn Finalprojekte aus. Im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung präsentierten die Finalist*innen ihre Ideen, bevor anschließend die Gewinner*innen ausgezeichnet wurden. Die Veranstaltung bot zugleich einen spannenden Einblick in die Vielfalt und Innovationskraft der sozialen Arbeit innerhalb der AWO Schleswig-Holstein.

Der Jury gehörten Wolfgang Baasch (Vorsitzender des Präsidiums der AWO Schleswig-Holstein), Michael Selck (Vorstand der AWO Schleswig-Holstein), Gesa Langfeldt (AWO Kreisverband Kiel & Schleswig-Holstein), Helga Creutz-Stallbaum (AWO Landesjugendwerk Schleswig-Holstein), Michaela Greilich (AWO SH gGmbH), Sophia Schiebe (SPD) sowie Prof. Dr. Christiane Micus-Loos (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) an.

Die AWO Innovationspreisträger*innen 2026

  1. „Erinnerungsalbum – Identität gestalten, Gemeinschaft erleben“
    Mit dem Projekt „Erinnerungsalbum – Identität gestalten, Gemeinschaft erleben“ sicherten sich Anne Ottow und ihr Team aus dem Servicehaus Suchsdorf der AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH den 1. Platz und damit ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Mithilfe biografischer Arbeit gestalten Bewohner*innen persönliche Erinnerungsalben, die bedeutende Lebensabschnitte und Ereignisse festhalten. Ziel des Projekts ist es, die eigene Identität zu stärken, das Selbstwertgefühl zu fördern und soziale Teilhabe lebendig werden zu lassen.
  2. „Kurze Wege, große Wirkung: Kompetenzwerkstatt Gesundheitskiosk“
    Für ihr Projekt „Kurze Wege, große Wirkung: Kompetenzwerkstatt Gesundheitskiosk“ erhielten Svenja Neumann-Lohse und Malte Kock vom Bildungscampus Elmshorn den 2. Platz und ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Der geplante Gesundheitskiosk verbindet Ausbildung, Gesundheitsförderung und soziale Beratung. Auszubildende in der Pflege erhalten dort die Möglichkeit, ihre Beratungskompetenzen praxisnah weiterzuentwickeln und Menschen niedrigschwellig bei Gesundheitsfragen, Anträgen oder der Organisation von Unterstützungsangeboten zu begleiten.
  3. „scham-LOS“
    Mit seiner Projektidee „scham-LOS“ belegte Marc Peters vom Fachzentrum für Suchtfragen der AWO Schleswig-Holstein gGmbH den 3. Platz und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro. Das Vorhaben greift eine bislang weitgehend unbeachtete Versorgungslücke auf und richtet sich an Menschen mit problematischem Pornografiekonsum sowie deren Angehörige. Geplant ist außerdem die Qualifizierung von Fachkräften im Bereich der Pornografie-Nutzungsstörung.
1. Platz: Projekt „Erinnerungsalbum – Identität gestalten, Gemeinschaft erleben“ aus der AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH - Servicehaus Suchsdorf
2. Platz: Projekt „Kurze Wege, große Wirkung: Kompetenzwerkstatt Gesundheitskiosk“ aus dem AWO Bildungscampus Elmshorn
3. Platz: Projektidee „scham-LOS“ aus der AWO Schleswig-Holstein gGmbH - Fachzentrum für Suchtfragen Lübeck

Zusatzpreis für Kita-Projekt

Erstmals wurde in diesem Jahr zusätzlich ein weiteres Projekt besonders unterstützt: Die Kindertagesstätte Lütte Lüüd erhielt die gewünschte Ausstattung für ihre Projektidee – ein Klingelsystem, das die Mitarbeitenden im Alltag entlastet und gleichzeitig die Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit der Kinder stärkt.

Diese AWO Projekte haben außerdem begeistert

  • Kraftknirpse – Superkräfte durch buntes Essen
    Die Köchin der AWO Kita Rappelkiste entwickelte Superhelden , die für Farben von Obst und Gemüse und deren gesundheitliche Wirkung stehen. Auf der Speisekarte erkennen die Kinder, welche „Kraftknirpse“ in den Gerichten stecken und welche „Superkräfte“ sie dadurch bekommen. So wird Kindern spielerisch vermittelt, dass Obst- und Gemüsesorten gesund sind und wie sie den Körper stärken. 
  • ABWegweiser - die smarte Schnittstelle für digitale Struktur und Selbstbestimmung
    Die Idee des AWO Fachzentrum für Suchtfragen besteht darin, eine digitale App für das ambulant betreute Wohnen zu entwickeln. Die App soll die Klient*innen aktiv in die Planung und Organisation ihrer Termine, Aufgaben und Ziele einbeziehen. Als zentrale Übersicht für To-Dos, Termine, Stimmungs- und Konsumtagebuch sowie mit praxisnahen Anleitungen soll sie Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung und Reflexionsfähigkeit stärken. Für Mitarbeitende schafft die App Entlastung  und verlässlichere Terminorganisation.
  • Sprach- und Integrationsmodell für internationale Auszubildende in der Pflege
    Das Pilotvorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt der AWO Pflege, dem Bereich Interkulturell und dem AWO Bildungscampus. Es bereitet Auszubildende aus Drittstaaten gezielt auf die Pflegeausbildung in Deutschland vor. Kern ist ein dreimonatiger Online-Vorbereitungskurs im Herkunftsland, gefolgt von einem Präsenzsprachkurs während der Ausbildung in Deutschland. Ziel ist die Verbesserung sprachlicher, fachlicher und kultureller Kompetenzen sowie eine nachhaltige Integration und Fachkräftesicherung.  Der Online-Vorbereitungskurs vermittelt „Pflegedeutsch“, Fachterminologie, Kommunikationssituationen im Pflegealltag sowie Einblicke in das deutsche Gesundheitswesen. 
  • AWO Info-Gruppe
    Das Teilhabezentrum Bredstedt hat ein gemeinsames Projekt mit Personalen aus pädagogischen und nicht-pädagogischen Bereichen entwickelt. Pädagogische Fachkräfte vermitteln hier sozialpsychiatrisches Wissen, besprechen Krankheitsbilder und Fallbeispiele mit interessierten Mitarbeitenden der Einrichtung. Die Info-Gruppe stärkt das Teamgefühl in der Einrichtung, sorgt für mehr Zusammenhalt und gibt den nicht-pädagogischen Fachkräften Sicherheit im alltäglichen Umgang mit den Klient*innen.
  • Zuhören und gehört werden - Medienkompetenz entwickeln
    Das Projekt „Zuhören und gehört werden“ der AWO Schleswig-Holstein gGmbH richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen oder seelischer Behinderung, die durch die Flut an analogen und digitalen Medien oft verunsichert werden, soziale Ängste entwickeln oder Schwierigkeiten haben, Informationen einzuordnen. Um Medienkompetenz, Selbstvertrauen und politische Teilhabe zu fördern werden monatliche Veranstaltungen organisiert. Expert*innen wie Journalist*innen, KI-Fachleute oder Content Creator geben hierbei aktuellen Input und helfen, Themen einzuordnen und Algorithmen zu verstehen. Teilnehmen können Bewohner*innen von Wohngruppen, Menschen aus dem Übergangswohnheim, Besucher*innen der Werkstätten und Mitarbeitende als Begleitpersonen. 
  • PraxisTandem - Perspektiven wechseln, Qualität stärken
    Beim Projekt aus dem Bereich Heilpädagogische Förderung handelt es sich um ein Hospitationsformat, bei dem pädagogische Fachkräfte kurzzeitig in anderen Kitas mitarbeiten. Sie gewinnen dadurch neue Perspektiven und alltagstaugliche Impulse für die eigene Praxis. Das Lernen erfolgt praxisnah statt durch klassische Fortbildungen, vorhandenes Wissen wird geteilt und weiterentwickelt.

Haben Sie Fragen zu einem der Projekte oder möchten Sie sich mit den Projektverantwortlichen austauschen? Wenden Sie sich gern direkt an die jeweilige Einrichtung oder unsere Pressestelle.

Mit dem Innovationspreis fördert die AWO Schleswig-Holstein kreative Ideen und innovative Lösungsansätze für aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen. Die zahlreichen Einreichungen zeigen, wie engagiert und ideenreich die Mitarbeitenden ihre tägliche Arbeit gestalten und mit ihren Projekten dazu beitragen, soziale Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln.

In der AWO steckt Innovationsgeist

Wir gratulieren allen Preisträger*innen herzlich und bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihre kreativen Ideen, ihren Mut, neue Wege zu gehen, und ihren Einsatz für die Weiterentwicklung unserer Arbeit. Jede einzelne Einreichung zeigt, wie viel Innovationspotenzial in unserer Unternehmensgruppe steckt und wie gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für die soziale Arbeit entstehen.

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